Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
89
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Vierter Abschnitt.89verdoppeltem Eifer angewendet; zu der Zeit, als dieAthener ihn in entfernte Kriege verwickelt sahen, warer geschäftiger als jemals, und die Werkzeuge seiner Er-oberungssucht fand er, wie Demosthenes sagt, im Schoosederselben Republik, deren Beschlüsse seinen Absichten amoffenbarsten widerstrebten. Er hatte den Anschlag ge-faßt, die Schiffswerfte der Athener in Brand zu stecken,und zur Ausführung dieses verderblichen Vorhabenseinen aus Athen verbannten Verbrecher erkauft. Anti-phon, so hieß dieser Bösewicht, schlich sich unerkanntin den Piräus, und schon war alles zur Ausführungseines Vorhabens bereitet, als er von dem wachsamenDemosthenes entdekt, und vor die Versammlung desVolks gebracht ward. Aber Philipps Miethlinge, be-sonders der Redner Aeschines, sprachen für den Ver-räther; Aeschines stellte das Verfahren des Demosthe-nes als eine Verletzung der Freiheit aller Bürger vor,und nannte das Eindringen desselben in AntiphonsWohnung einen Angriff auf die Grundverfassung vonAthen, nach welcher das Haus jedes Bürgers sein un-verlezliches Heiligthum war. Antiphon ward ohneförmliches Verhör entlassen, aber Demosthenes brachteseine Klage vor den Areopagus. Dieser Gerichtshof,dessen Ansehen Jahrhunderte hindurch gleich ehrwürdigblieb, ließ den Verräther ergreifen, und erzwang vonihm durch die Folter das Bekenntniß seines unge-heuern Vorhabens. Er ward hingerichtet, und PhilippsNiederträchtigkeit hat die Geschichte aufbewahrt.Jezt war die Zeit der Frühlingsverſammlung derAmphiktyonen zu Delphi. Durch Philipps Kunstgriffewurden seine Miethlinge zu Athen als Abgeordnete zudiesem Rathe ernannt, dessen vorzüglichstes Geschäftdie Wiederherstellung und der Schmuk des Tempelswar. In ganz Griechenland waren die durch denRaub der Phocier zerstreuten Weihgeschenke gesammelt,und