Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
88
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88Geschichte der Griechen,Willen der Scythen jene Bildsäule errichten, so wür-de sie nach seinem Abzug niedergerissen, und das Erzderselben zu Pfeilspitzen verwendet werden. Aufge-bracht über diese Antwort und begierig nach Beuteverheerte nun Philipp die Weiden und Wälder desLandes, und besiegte die Scythen, deren ungeregelteTapferkeit der macedonischen Phalanx nicht zu wider-stehen vermogte. Zwanzigtausend Gefangene und einegleiche Anzahl Pferde waren die Beute des Siegers;Gold oder Silber ward nicht gefunden. Auf seinemRükzuge ward er von den Triballiern (sie bewohntendie jetzige Provinz Bulgarien) überfallen. Ein Speerdurchbohrte sein Pferd, er selbst ward schwer verwun-det, aber sein Sohn Alexander bedekte ihn mit seinemSchilde, und die Leibwache brachte ihn in Sicherheit.Alexander übernahm nun den Heerbefehl; er schlug dieFeinde zurük; aber die Beute Scythiens ward ver-loren.Während der König in den unwirthbaren Wüstendieses Landes kämpfte, waren seine Anhänger beschäf-tigt, neue Unruhen in Griechenland zu erregen. DerAngriff auf die Städte Thraziens war zwar mißlun-gen, aber Philipp hatte nach seiner genauen Kenntnißdes Charakters der Athener vorgesehen, daß ihre An-strengungen zu dem Kriege in Thracien sich schnell ver-mindern würden, wenn er sich jezt nachgiebig bezeigte.Zwar betrog er sich diesmal, denn die Republik hat-te endlich auf den so oft wiederholten Antrag desDemosthenes beschlossen, den für die Schauspiele be-stimmten Schaz zu neuen Rüstungen zu verwenden,und den Krieg zu Wasser und zu Land gegen den ge-meinschaftlichen Feind fortzusetzen. Er erhielt zeitiggenug Nachricht von den neuen Rüstungen der Athe-ner; Arglist und Bestechung, diese ersten und stärk-sten Triebfedern in Philipps Staatskunst, wurden mitver-