Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
87
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87Vierter Abschnitt.Der König scheute sich nach aller Wahrschein-lichkeit, seinen Kriegsruhm gegen diesen klugen undtapfern Feldherrn zu wagen. Sehr willkommen warihm daher der Ruf des scythischen Fürsten Atheas,der gedrängt von ſeinen Nachbarn, den Iſtriern (denheutigen Serbiern), ihn zum Erben seines Gebietesam südlichen Ufer der Donau einzusetzen versprach,wenn Philipp ihm zur Vertreibung der Feinde Hülfeleisten wollte. Der König sandte sogleich eine Abthei-lung seines Heeres gegen die Donau, aber ehe diesel-be ankam, war der Krieg bereits geendigt. DieIstrier hatten ihren Anführer durch plözlichen Tod ver-loren; sie wurden von Atheas angegriffen, und in ihrLand zuruͤkgeſchlagen.Der listige Barbar empfieng die Macedonier mitVerachtung, und läugnete sogar daß er ihren Bei-stand verlangt habe. Die Scythen bedürfen der Hül-fe Macedoniens nicht, sagte er, noch ihr König einesErben; er habe selbst einen Sohn, und sein Volküberträfe an Tapferkeit die Macedonier. Philipp schik-te nun eine Gesandtschaft an den scythischen Fürsten,und forderte eine Entschädigung an Geld; aber Atheasantwortete, sein Land sey unfruchtbar, er und seineUnterthanen besäßen keine Reichthümer, er könne ei-nem so mächtigen König nichts von Werth anbieten,und es sey weniger schimpflich gar nichts, als wenigzu geben. Philipp zog nun selbst gegen das Gebietdes Barbaren, aber noch eine Gesandtschaft gieng vor-aus, mit dem Antrag: Er habe während der Bela-gerung von Byzanz gelobt, dem Herkules eine Bild-säule an der Mündung der Donau zu errichten, undbäte jezt, da er als Freund der Scythen komme, umfreien Durchzug. Atheas ließ ihm sagen, er mögedie Bildsäule schicken, für die Aufrichtung und Erhal-tung wolle er selbst sorgen; würde er aber wider denWil⸗