35Vierter Abschnitt.hundert und zwanzig Galeeren auszurüsten, jedoch derVorschlag des patriotischen Redners, den Oberbefehl ei-nem erfahrnen und würdigen Befehlshaber anzuver-trauen, ward nicht befolgt, und der unwürdige Charesgewählt, die Flotte nach dem Chersones zu führen.J. v. C. 340.)Aber Chares, der durch seine frühern Feldzügenicht den Feinden, sondern den Bundesgenossen Athensdurch Raubsucht und alle Arten zügelloser Ausschwei-fung verächtlich und furchtbar geworden war, fand dieThore von Byzanz verschlossen. Die Bewohner diesergroßen Stadt schienen weit weniger das macedoni-sche Heer zu fürchten, das um ihre Mauern gelagertwar, als die von Chares angeführten Hülfsvölker.Auf der Rükkehr ward dieser von dem Amyntas andem Gestade von Chalcedon geschlagen, und die Athe-ner jezt auf demselben Elemente durch die Unfähigkeitihres Anführers besiegt, auf dem sie seit mehr als ei-nem Menschenalter selbst gegen überlegene Streitkräftesiegreich gefochten hatten. Jezt wählten sie endlich denPhocion zu ihrem Feldherrn, einen Mann, der anMuth, Klugheit und allen Tugenden eines Bürgersalle seine Zeitgenossen übertraf; er hatte schon glän-zende Proben seiner trefflichen Eigenschaften besondersin dem Feldzuge gegeben, in welchem er die Macedo-nier aus Euboea vertrieb; aber seine Bescheidenheithielt ihn ab, sich zu dem Heerbefehl zu drängen, dener vor allen andern verdiente. Er war in der Aka-demie nach den Mustern strenger Tugend gebildet, undhatte unter Chabrias die Kriegskunst gelernt. Er mä-ßigte die Kühnheit dieses Feldherrn, und ahmte seinerMenschlichkeit nach. Die Beschwerden des Krieges er-trug er gleich dem gemeinen Krieger. Unter einemnicht gefälligen Aeussern verbarg er Wohlwollen undLiebe. Wenn er zu dem Volke sprach, war sein Vor-trag
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