Geschichte der Griechen,84Der König wandte sich nun nach Selymbria und Byzanz,sein erschöpfter Schaz reichte nicht mehr zur Bezahlungseines Heeres; in der Beute der Städte, die er jezt be-lagerte, suchte er neue Hülfsquellen. Noch war derBruch zwischen ihm und den Athenern nicht offenbar;selbst nachdem es ihm gelungen war, den Deopeithesin einem Treffen zu tödten, und eine Flotte von zwan-zig athenischen Schiffen aufzufangen, die Getreide nachSelymbria bringen sollten, schrieb er nach Athen, ver-sicherte, er sey wider seine Neigung zu den Feindseligkei-ten gegen diesen Befehlshaber gezwungen worden, dener nicht als den Feldherrn der Republik, sondern als dasWerkzeug einer Parthei, an deren Spitze Demosthenesstünde, und als den Anführer einer Schaar von Räu-bern angesehen habe, die seine Bundesgenossen plünder-te. Auch die eroberten Schiffe gab er zurük, als dieAthener ihn darum ersuchten, und versicherte sie, daßer stets den Verpflichtungen gegen ihre Republik getreubleiben würde.Philipps Anhänger wandten gestüzt auf diese Ver-sicherung alle ihre Kräfte an, das Volk von Athen zuGunsten des Königs zu stimmen, aber Demosthenes, derdie Anschläge desselben durchschaute, bot die ganze Kraftseiner Beredsamkeit auf, um die thrazischen Städte zuunterstützen. Er stellte der Versammlung vor, PhilippsBrief sey eine wirkliche Kriegserklärung; schon lange zei-ge der König, daß er durch den längst gebrochenen Frie-den nur die Absicht habe, den Augenblik zu erspähen,wo er Athen unvorbereitet überfallen könne. Wie ge-wöhnlich schalt er den Leichtsinn und die Trägheit desVolkes, das zu Hause ruhig auf Vergnügen sinne, währenddie Gefahr des Vaterlandes wie eine Hagelwolke über derreifen Ernte schwebe. Zwar vermogten seine Reden (dievierte gegen Philipp, und die über die Lage des Cher-sones) die Athener zu dem Entschluß, eine Flotte vonhundert
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