Vierter Abschnitt.79von der Macht und den Hülfsquellen Philipps zu über-zeugen, dessen heranwachsende Größe den König derPerſer beunruhigte. Sie machten den Antrag zu ei-nem Bündniß mit Macedonien, dies war der Vorwandihrer Sendung. Alexander, der damals noch nichtzwölf Jahre alt war, empfieng diese Abgeordneten imNamen seines Vaters, und legte ihnen bei einem Gast-mal Fragen über die persische Verfassung, über dieNatur des Landes und über den Charakter ihres Königsvor, die seine künftige Größe ahnen ließen, und dieBewunderung der Fremdlinge erregten.Nachdem die Unruhen in Illyrien gestillt waren,kehrte Philipp nach Thessalien zurük; auch hier ordne-te er die Verhältnisse dieses Landes so, daß er alle Ein-künfte übernahm, die Machthaber einzelner Städte un-ter seine Botmäßigkeit brachte, und endlich dieses un-ruhige Land in eine Provinz seines Reiches umschuf.Man erzählt bei dieser Veranlassung eine Handlung vonGerechtigkeit, die ehrenvoll für seinen Charakter ist, undum so mehr eine Erwähnung verdient, da sie das jedemMenschen von der Natur eingeprägte Gefühl des Rech-tes beurkundet, das so oft unter dem Vorwande desallgemeinen Wohls unterdrükt und beseitigt wird. Einmacedonischer Krieger, der wegen seiner Tapferkeit vondem Könige viele Auszeichnungen erhalten hatte, wardurch Sturm an die Küste geworfen worden, und lagohne Zeichen des Lebens am Ufer, als ihn der Besitzereines Gutes fand, und in sein Haus bringen ließ.Hier rief er durch sorgsame Pflege den Verunglüktenin das Leben zurük, pflegte und nährte ihn durchvierzig Tage bis zu seiner völligen Genesung. Dank-bar dem Scheine nach verließ er das Haus seinesWohlthäters, aber er hatte den Wohlstand dieses Man-nes mit neidischen Augen gesehen, und nun forderteer von dem König unter dem Vorwand geleistererDien-
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