Geschichte der Griechen,30Dienste das Gut seines Retters zum Lohne. Philippgewährte ohne Untersuchung die schändliche Bitte, undnun vertrieb der Undankbare den unglüklichen Guts-besitzer aus seinem Eigenthum. Bestürzt über diesebeispiellose Frechheit meldete der Beraubte dem König,wie er dem Krieger das Leben gerettet, und welcherLohn ihm geworden. Philipp überzeugte sich von derWahrheit dieser Sache; er gab das Gut dem Eigen-thümer zurük, und ließ den Verräther an der Stirnebrandmarken, denn Gastfreundschaft war ein den Grie-chen heiliges und unverlezliches Recht.Unmittelbar nachdem die Angelegenheiten Thessa-liens geordnet waren, riefen die kleinen Staaten desPeloponnes, Messene, Arkadien und Argos, PhilippsHülfe gegen die Bedrückungen Sparta's an, welches jezt,entfernt von dem lange behaupteten Einfluß auf die all-gemeinen Angelegenheiten Griechenlands, sich auf dieBefestigung seiner Macht in dem Peloponnes beschränk-te, und seine weniger mächtigen Nachbarn in empören-der Unterdrückung hielt. Der König, dem diese Gelegen-heit zum Krieg erwünscht war, ließ sich durch einen Be-schluß der Amphiktyonen auffordern, die wehrlosen Ge-meinden in Schuz zu nehmen, und den Uebermuth vonSparta zu brechen. Er sandte Geld und Truppen inden Peloponnes, und beeilte sich in Person dahin zuziehen, ungeachtet die Korinther, denen er unlängst ei-nige Pflanzstädte abgenommen hatte, sich rüsteten ihmden Eingang in die griechische Halbinsel zu verwehren.Sparta rüstete sich gleichfalls, und verlangte Hülfevon Athen. Demosthenes unterstüzte dies Gesuch, undschlug einen Beschluß vor, nach welchem die Lacedämo-nier in dem drohenden Kampf unterstüzt werden soll-ten. Aber während die Athener berathschlagten, handeltePhilipp. Er segelte nach Laconien, landete ohne Wider-stand bei dem Vorgebirge Taenaros, vereinigte mit seinemHeere
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