Geschichte der Griechen,73aufzugeben; er erinnerte sie ihres kürzlich geschlossenenBundes, in welchem die Phocier nicht begriffen seyen,und drohte, ihnen mit Nachdruk und Kraft zu begeg-nen, wenn sie es wagen sollten, ihm ferner zu wider-streben. Die Athener sahen nun mit Beschämung,daß sie alle frühere Gelegenheiten, die Umgriffe Phi-lipps zu beschränken, vernachläßigt hatten, und tratensogar einem neuen Spruch der Amphiktyonen bei,durch welchen Macedonien als das vornehmste Mit-glied des hellenischen Staatenbundes erklärt, und demKönig der Vorsiz in den pythischen Spielen zuerkanntwurde. (J. v. C. 345.)Philipp begnügte sich für jezt mit dem Einflusse, den erbesonders als erstes Mitglied im Rathe der Amphiktyonen inpolitischer, und als Schuzherr von Delphi und Leiter der py-thischen Spiele in religiöser Hinsicht erhalten hatte. Erräumte Griechenland, nur in Nicaea ließ er eine Be-satzung, um sich den Engpaß der Thermopylen offenzu erhalten, auch die stärksten Plätze von Phocis undThessalien blieben von den macedonischen Truppen be-sezt. Nun kehrte er im Triumphe in seine Hauptstadtzurük; die gänzliche Unterjochung von Griechenlandverschob er auf die nächsten günstigen Umstände, dieer nach seinen Grundsätzen in kurzer Zeit herbeizufüh-ren beschloß. Nach einer kurzen Ruhe; wähend wel-cher er seine Hauptstadt verschönert, und seine Ero-berungen befestigt hatte, unternahm er einen Zug nachIllyrien, wo zwei Völkerstämme sich um einen Land-strich stritten, der zwar unfruchtbar und ungebaut war,aber sehr ergiebige Salzgruben enthielt. Wie gewöhn-lich entschied er den Streit dadurch, daß er den Land-strich für sich behielt, und nun sein Gebiet bis an dasjoniſche Meer ausdehnte. Während ſeiner Abweſen-heit kam eine Gesandtschaft des Königs von Persiennach Pella. Ihre Abſicht war, mit eigenen Augen ſichvon
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