Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
77
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Vierter Abschnitt.77abgelebte Greise, Frauen und Kinder, denn die waffen-ähige Jugend war in dem zehnjährigen Kriege gefallen,oder dem Unglük des Vaterlandes durch die Fluchtentgangen, wurden gleich Heerden von Vieh den Fel-dern zugetrieben, die sie künftig für ihre grausamenDränger bauen sollten. Viele Familien wurden nachRacedonien in öde Gegenden verpflanzt. StillerKummer, sagt Justin, stumme Bestürzung herrschte beidiesen Unglüklichen; sie wagten nicht einmal zu weinen,aus Furcht, die Thränen würden ihnen zum Verbrechengemacht. Unter dieser Verstellung grub sich der Schmerzum so tiefer in ihren Busen. Sie blikten mit stillerWehmuth auf die Gräber ihrer Vorfahren, auf dieBildsäulen ihrer Götter, auf die Wohnungen, wo siedas Leben erhalten, und ihren Kindern gegeben hat-ten, und beklagten das Schiksal, wodurch sie in dieseZeiten versezt waren.Die Nachricht von diesen Ereignissen verbreiteteSchrecken durch ganz Griechenland. Die Athener be-riefen ihre Bürger aus der umliegenden Gegend indie Stadt, den entferntern gaben sie Befehl, die Fe-stungen Eleusis, Phyle, Aphidna und Sunium zu be-setzen; sie nahmen die Flüchtlinge aus Phocis gastfreund-lich auf, und rüsteten ein Heer, um dem unglüklichenNachbarstaate zu Hülfe zu ziehen; aber sie erhielten dieNachricht, ihr Beistand sey vergebens, denn Philippwar jezt Herr von Griechenland. Die Engen vonThermopylae und die Gebirge von Phocis waren inseiner Gewalt, und als Feldherr in dem heiligen Krie-ge hatte er einen scheinbaren Vorwand, alle jene, diesich der Vollziehung des Urtheils der Amphiktyonenwidersezten, als Theilnehmer an der Verletzung desTempels zu behandeln; auch fand er es nicht mehrnothwendig, sich gegen die Athener zu verstellen. Ineinem trotzigen Briefe rieth er ihnen, ihre Rüstungenauf⸗