Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
71
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71Vierter Abschnitt.offener Gewalt anfiel. Fest entschlossen diese Staatenzu unterjochen, griff er jezt, nachdem er fast zwei Jah-re seit seinem auf die Thermopylen mißlungenen An-schlag zu Pella in scheinbarer Ruhe verlebt hatte, dasGebiet von Olynthus an.Die Bewohner von Olynth, denen Philipp aufihre Vorstellungen geantwortet hatte, sie müßten ent-weder ihre Stadt übergeben, oder er müsse Macedo-nien räumen, sandten nun um Hülfe nach Athen. Hierward diese Angelegenheit vor das Volk gebracht, undohnerachtet Demades und Hyperides sich dem Antragdes Demosthenes, den Olynthern sogleich Beistand zuleisten, mit großer Heftigkeit widersezten, beschloß dasVolk dennoch, eine Flotte auszurüsten, und die be-drängte Stadt zu beschützen. Aber der Schaz, dendie Sparsamkeit der Vorältern für das höchste Bedürf-niß der Republik gesammelt hatte, war seit den Zei-ten des Perikles zu öffentlichen Vergnügungen, beson-ders aber zu der Aufführung der Schauspiele bestimmt,die in Athen mit unbeschreiblichem Aufwand gegebenwurden. Die Bürger erhielten jährlich eine beträcht-liche Summe zur Bezahlung des Zutritts zu diesenSchauspielen; sie sprachen dieses Geld jezt als einRecht an, denn sie hatten erst kürzlich auf den Vor-schlag des Eubulus ein Gesez gegeben, nach welchemdie Todesstrafe auf den Vorschlag zur Verwendundieses Geldes zu andern Bedürfnissen gesezt war. DieFolge dieses unüberlegten Gesetzes war, daß bei jederGelegenheit ausserordentliche Auflagen gefordert werdenmußten, die ungleich vertheilt und mit so vielen Schwie-rigkeiten eingehoben wurden, daß nur selten der Ent-zwek erreicht wurde.Demosthenes behandelte diesen Gegenstand mitäusserster Behutsamkeit. Nachdem er gezeigt hatte,wie nothwendig es sey, ein Heer aufzustellen, um denim