Vierter Abschnitt.67marchus. Noch war ein Bruder dieses Feldherrn amLeben; sein Name war Phayllus. Dieser sammeltedie Flüchtlinge aus der lezten Schlacht, und da eralles in dem Tempel zu Delphi noch übrige Gold undSilber in Münze verwandeln ließ, konnte er ein neuesnicht unbedeutendes Heer in das Feld stellen. Philipp,der jezt glaubte, der Zeitpunkt sey gekommen, wo erseine Absicht, Griechenland zu erobern, erreichen könne,beschloß nach Phocis vorzudringen. Der Vorwand,die Tempelräuber zu züchtigen und zu vertilgen, konn-te feinem Zuge einen Anstrich des Rechtes geben; derAberglaube der Griechen, hatte in ihm den Rächer desdelphischen Gottes erkannt und verehrt; die Furchtvor seinem siegreichen Schwerte konnte betäubend aufein Volk wirken, das in sich selbst getrennt und ver-einzelt, keinen. bedeutenden Widerstand besorgen ließ.Auf dem Wege von Thessalien nach Phocis liegt dieberühmte Enge Thermopylae. Philipp beschloß sichdieses Engpasses zu bemächtigen, und schon warsein Heer aus Macedonien nach Thessalien aufgebro-chen, als die Athener, von Demosthenes auf die Ge-fahr des Vaterlandes aufmerksam gemacht, mit un-glaublicher Eile sich rüsteten und nach Thermopylaesegelten. Philipp hatte nicht erwartet, daß die Athe-ner, die er seit seiner Thronbesteigung in allen Unter-handlungen betrogen hatte, seine Absichten vereitelnwürden. Aber er fand jezt einen Gegner in Athen,der durch seine hinreissende Beredsamkeit furchtbarerwar, als alle, die bis jezt gegen ihn in Waffen auf-getreten waren. Dieser Gegner war Demosthenes, derjezt zum erstenmal die Rednerbühne bestieg, und sichbald als einen vollendeten Staatsmann und den treff-lichsten Redner unter den Griechen zeigte. Er war derSohn eines angesehenen Bürgers von Athen, der sichdurch eine Waffenfabrik ein bedeutendes Vermögen er-worben hatte; sein Vater starb, als er sieben JahreE 2alt
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