Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
66
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Geschichte der Griechen,66Onomarchus, der Bruder des Feldherrn, sammel-te aus dieser blutigen Schlacht die Ueberbleibsel desphocischen Heeres, und führte sie nach Delphi. Baldwar durch die Macht des Goldes aus dem Tempeldieses Heer ergänzt, und Onomachus, den die Stim-me des Volkes zum Heerbefehl berufen hatte, übertrafseinen Bruder Philomelus sowohl an Tapferkeit alsKlugheit, denn er wußte in Theben sich eine Partheizu erkaufen, durch die er die Macht dieses Staatesin Unthätigkeit erhielt; die Thessalier verbanden sichöffentlich mit ihm; nun brach er in Locris und Dorisein, verheerte das Land, und zog jezt gegen den KönigPhilipp, der unter dem Vorwande, die nach dem To-de des Tyrannen Alexander von Pherae in Thessalienausgebrochenen Unruhen zu stillen, bereits einige Städtedieses Landes erobert hatte.Onomachus erhielt anfänglich beträchtliche Vor-theile gegen Philipp, und zwang diesen Fürsten Thes-salien zu räumen. Aber bald war das macedoni-sche Heer ergänzt, und den Phociern an Zahl über-legen. An der Küste von Magnesia trafen die Hee-re zusammen. Philipp hatte seinen Kriegern befoh-len, ihre Helme mit Lorbeerkränzen zu schmücken; derAnblik dieser dem Apoll geheiligten Zweige erwekte inden Kriegern des Onomachus das Bewußtseyn des Tem-pelraubes, aber mehr als diese Erinnerung wirkte dieUeberzahl von Philipps Heer. Nach verzweifeltem Wi-derstand fiel Onomachus, und mit ihm mehr als sechs-tausend seiner Krieger. Dreitausend wurden auf derFlucht gefangen, und in die See geworfen. DenKörper des Onomarchus ließ Philipp an das Kreuzschlagen.Der heilige Krieg, denn so ward dieser Kampfgenannt, endigte nicht mit der Niederlage des Ono-mar⸗