64Geschichte der Griechen,Amphictyonen eine Klage gegen Sparta vor, weilPhöbidas vor mehreren Jahren die Burg von Thebenmitten im Frieden feindlich überfallen und besezt hatte.Sparta's Ephoren hatten, wie wir oben erzählt ha-ben, die That gebilligt; der Rath der Amphictyonenverurtheilte dafür Sparta zu der beträchtlichen Geld-buse von fünfhundert Talenten. Zu der nämlichen Zeitwurden auch die Bewohner von Phocis, weil sie einendem delphischen Gott geweihten Landstrich urbar ge-macht hatten, zu einer schweren Geldstrafe verurtheilt,die ihre Kräfte überstieg. Sie machten nun Anspruchauf die Schuzherrschaft über den Tempel, und führteneine Stelle aus dem Homer zum Beweise an. Siebeschlossen sich dem Spruch der Amphictyonen mitGewalt zu widersetzen; hierzu wurden sie von einemihrer reichsten und tapfersten Mitbürger ermuntert.(J. v. C. 557.)Philomelus, so hieß dieser Mann, ward einmü-thig zum Anführer in dem bevorstehenden Kampfe er-wählt. Er wandte sich zuerst nach Sparta, denn dadiese Republik die von den Amphictyonen auferlegteGeldbuße noch nicht erlegt hatte, so war dieselbe ver-doppelt, und Sparta sollte jezt tausend Talente be-zahlen. Archidamus, der König von Sparta, gabzwar den Anträgen der Phocier Gehör, aber er er-klärte sich nicht öffentlich für sie, doch erhielten sieeine Unterstützung an Geld. Philomelus ward hier-durch in den Stand gesezt, eine Anzahl Krieger auf-zubringen, mit denen er sich des Tempels und derStadt Delphi bemächtigte, nachdem er den ohnmäch-tigen Widerstand einer kleinen lokrischen Schaar be-siegt hatte. Der Sieger erklärte den Einwohnern, ersei nicht in der Absicht gekommen, ihre Stadt zu zer-stören, und den Tempel zu berauben, sondern um dasalte Schuzrecht von Phocis über das Heiligthum desApol⸗
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