Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
63
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Vierter Abschnitt.63Nach diesen Eroberungen vermählte sich Phi-lipp mit der Olympias, einer Schwester des Arz-bas, Königs von Epirus. Dieſe Vermählung wardmit großer Pracht an dem Hofe zu Pella gefei-ert; die Feste, die mehrere Monate hindurch dauer-ten, waren kaum geendigt, als eine Verschwörungder illyrischen, thessalischen und thrazischen Für-sten ausbrach, die aber bald wieder gedämpft wurde.Von seinen Nachbarn gefürchtet, und im Besiz einesKönigreiches, das an Macht und Ansehen sein väter-liches Erbe weit übertraf, konnte Philipp jezt ruhigdie Früchte seiner fünfjährigen Siege genießen; aberRuhe war nicht in dem Charakter dieses ungewöhnli-chen Mannes. Mit rastlosem Eifer, aber nicht mitoffenbarem Angriff, verfolgte er seinen längst gefaßtenPlan, sich zum Beherrscher von ganz Griechenlandaufzuwerfen, und der Geist seines Zeitalters begün-stigte seinen großen Entwurf. Griechenland, so weitwir dessen Geschichte erzählt haben, war immer durchden Kampf seiner mächtigsten Staaten um die Ober-herrschaft über die mindermächtigen zerrüttet; Spartaund Athen hatten sich in diesen unaufhörlichen Krie-gen wechselweise ermüdet, und der gänzlichen Auflösungnahe gebracht; als Epaminondas die Heere von The-ben anführte war diese Republik auf die höchste Stufedes Ansehens in Griechenland getreten, und hatte denentscheidendsten Einfluß auf den Rath der Amphictyo-nen, dessen Aussprüche jezt wieder unter den Griechenzu hohem Ansehen gelangt waren. Dies war einesder Mittel, deren sich Theben bediente, um seinendurch Epaminondas erkämpften Rang zu behaupten;unklug wurden dadurch die inneren Fehden Griechen-lands genährt, denen Philipp wie von einer Wartezusah, und endlich den Augenblik erspähte, wo er diesämmtlichen Republiken Griechenlands unterjochte.Jezt brachten die Theber an dem Richterstuhl derAm-