Vierter Abschnitt.61schen Staatenbund hierdurch wie mit einem Nezzu umwickeln. Die Stadt Amphipolis war, wie wirbereits erzählt haben, für eine freie Stadt erklärtworden; doch Philipp, der nur dann Verträge zuhalten pflegte, wenn er davon Vortheil zog, kanntedie Wichtigkeit derselben, denn ihr Bestz öffnete sei-nem Reiche die Verbindung mit dem Meere. Aberauch die Athener kannten den Werth dieser Stadtfür ihren Handel in Chalcis und mit der thrazischenHalbinsel, und sie hatten die Wiedereroberung dersel-ben nicht aus dem Gesichtspunkte verloren, als Am-phipolis sich an den mächtigen Staatenbund anschloß,dessen Haupt die Stadt Olynth in Chalcis war. Phi-lipp, der wohl einfah, daß er vergebens nach derHerrschaft über Griechenland ringe, wenn Athen mitOlynth sich verband, suchte nun zwischen diesen beidenStaaten Feindschaft zu stiften, und Amphipolis gabhiezu die Veranlassung. Er erfuhr, daß die Olynthereine Gesandtschaft nach Athen gesandt, und Hülfe ge-gen seine Unternehmungen verlangt hatten; sogleichversprach er den Athenern, Amphipolis für sie zu er-obern, wenn sie ihm dagegen das weniger wichtigePydna überließen, überdieß versprach er den Athenernnoch andere Vortheile, über die er sich später erklärenwollte. Diese Zusicherung ward angenommen, unddas Gesuch der Olynther mit Verachtung abgewiesen;Philipp benuzte diese Stimmung gegen Athen, dennauch nach Olynth schikte er jezt eine Botschaft; er er-bot sich, ihnen die Stadt Anthemus, die seit langerZeit Mazedonien unterwürfig war, abzutreten, unddie Städte Pydna und Potidaea für sie zu erobern,wenn sie ihm dagegen Amphipolis überlassen wollten.Auch die Olynther ließen sich durch den Reiz des Ge-winnes blenden, und Philipp eilte, die Stadt zu be-lagern. Er wiederholte während der Belagerung denAthenern, daß er ihre Ansprüche auf Amphipolis an-er-
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