Geschichte der Griechen,60Philipp hatte seine Regierung durch glänzendeWaffenthaten begonnen, und war unablässig beschäf-tigt, seinem Kriegsheere jene Vollkommenheiten zu ge-ben, die dasselbe in den folgenden Zeiten so glänzendentwickelte. Er verbesserte die Einrichtung des seitlanger Zeit unter den Griechen eingeführten Phalanx,schaffte große Vorräthe von Waffen und Kriegswerk-zeug an, übte seine Krieger täglich, und bereitete siein den kurzen Zeiten der Waffenruhe zu den Beschwer-den des Krieges. Aus den edelsten Jünglingen Ma-cedoniens bildete er eine Schaar, die er seine Gefähr-ten nannte. Diese wurden an seiner Tafel gespeiset,und begleiteten seine Person in dem Kriege. Dieswar die Pflanzschule der Befehlshaber, die in demgroßen Kampfe gegen Persien mit so vieler Auszeich-nung das Heer der Macedonier anführten, und die zu-erst für Philipp und Alexander eroberten, nach demTode dieser Könige aber sich in die Eroberungentheilten.Während Philipp mit rastloser Thätigkeit die Ru-he seines Reiches zu befestigen, und sein Heer zumSchuz und Angriff zu üben beschäftigt war, starb derkriegerische König der Paeonier. Ein Vorwand zurEroberung dieses Landes war bald gefunden, dasselbefast ohne Widerstand unterjocht, und Macedonien ein-verleibt. Schwieriger war der Krieg gegen die Illy-rier, denn dieses Volk, angeführt von einem altenversuchten Krieger, unterwarf sich erst dann der Will-kühr des Siegers, als Bordyllis, der neunzigjährigeFürst, nebst siebentausend Kriegern, die Blüthe Illy-riens gefallen war. Durch diesen Sieg dehnte Phi-lipp ſein Reich bis an den See Lychnidus, in we-niger Entfernung von dem joniſchen Meer aus, undjezt sann er, sich auch gegen Süden eine Verbindungmit der See zu eröffnen, und den ganzen griechi-schen
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten