Vierter Abschnitt.57baren auch mit ihrer Weise bekannt, die Götter zuverehren; sie verschwägerten sich mit ihnen, und bilde-ten im Laufe der Zeit ein einziges Volk, das zwarnicht den Grad der Bildung der übrigen Griechen be-saß, aber durch die Kenntniß der griechischen Sprache,durch die wohlthätigen Vebindungen des Handels, undselbst durch die Fehden, an denen es Theil nahm, ei-nige Ansprüche auf einen ehrenvollen Stand unter denVölkern in der Nachbarschaft Griechenlands behaup-tete.Schon zu der Zeit, als Xerxes sein ungeheuresHeer gegen Griechenland führte, war Alexander, Kö-nig von Macedonien, wie wir bereits erzählt haben,mit Athen in Gastfreundschaft, und er zeigte währenddieses Krieges einen sehr ehrwürdigen Karakter. Sei-ne Nachfolger waren während des peloponnesischen Krie-ges im Bunde mit Lacedämon, und trugen zur Ver-treibung der Athener aus Chalcis sehr wesentlich bei,aber wenn wir die sechsjährige Regierung des Arche-laus (J. v. C. 416 — 410) ausnehmen, der denAckerbau und die bildenden Künste ermunterte, undsowohl im Kriege als im Frieden die Pflichten einesweisen Fürsten erfüllte, finden wir in der GeschichteMacedoniens bis zu dem Zeitraum, von dem wir jezthandeln, blos eine Reihe von Mordthaten und Thron-räubereien, die unabläßig die Familie dieser Königezerrüttete. Amyntas, der Vater Philipps, hinterließbei seinem Tode (J. v. C. 360) drei Söhne den Alex-ander, Perdiccas und Philipp. Alexander besaß denThron nur ein Jahr; Perdiccas folgte ihm, aber erward von Pausanias mit Hülfe der Thrazier vertrieben.Doch Iphicrates der Athener kehrte zu derselben Zeitvon seinem Zuge nach Amphipolis zurük; er zwangden Pausanias den geraubten Thron an den rechtmäßi-gen Besitzer zurükzugeben, aber Perdiccas war nochmin-
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