Dritter Abschnitt.55Im folgenden Jahre ward Byzanz, das gleichfallsdem Bunde mit Athen sich entzogen hatte, und jeztan der Spitze der empörten Pflanzstädte stand, ver-geblich belagert; die Chier sandten ihre Flotte demOberhaupt ihres Bundes zu Hülfe, aber ein Sturmverhinderte das Treffen. Chares, der den Angriff un-geachtet des Sturmes befohlen hatte, klagte die übri-gen Befehlshaber, Timotheus und Iphicrates, zu Athenauf Tod und Leben an, weil sie den Befehl, der dieFlotte dem unvermeidlichen Verderben ausgesezt hätte,nicht befolgten. Sie retteten zwar ihr Leben, aberdas Volk legte ihnen eine Geldstrafe auf, die sienicht bezahlen konnten. Sie wurden also aus Athenverbannt, und mit ihnen die lezten Reste der altenTapferkeit und Tugend Athens. Von jezt an wardem Chares allein die Führung des Krieges überlas-sen, aber dieser Wüstling plünderte die Freunde sei-nes Vaterlandes, und verschwendete die zur Bezahlungdes Soldes bestimmten Gelder. Er vermiethete sogareinen Theil seiner Krieger, um den Aufruhr des Arta-bazus, Satrapen von Jonien, gegen den König vonPersien zu unterstützen, ungeachtet Athen damahls imBunde mit Persien war. Aber Artaxerxes sandte ei-ne Botschaft nach Athen, und beklagte sich über denFriedensbruch; er drohte, den Aufstand der Städtein Asien mit einer mächtigen Flotte zu unterstützen,wenn die Republik nicht sogleich ihre Truppen ausAſten zurükzoͤge; dieſe Drohung, das widrige Glükdieses Krieges, besonders aber die beunruhigendenFortschritte, die König Philipp von Macedonien gegenGriechenland machte, zwangen die Athener zu einemFrieden, durch den sie keinen der Zwecke erreichten,wofür der Krieg unternommen war. (J. v. C. 356.)Bier⸗
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