Geschichte der Griechen,54dem höchsten Bedürfniß des Vaterlandes bestimmt war,sondern auch die Reichthümer, die mit jedem Tageaus den Kolonien und Städten anlangten, die jeztunter Athens Schuz standen. Als auch dieser Tributnicht mehr hinreichte, die sinnlose Verschwendung zubefriedigen, als man die Bundesgenossen durch unmä-ßige Forderungen zur Verzweiflung und Empörungbrachte, warfen diese das unerträgliche Joch ab, undder Krieg der Bundesgenossen, der jezt begann (J. v.C. 358), wurde nach drei Jahren zur Schande derAthener geendigt, denn die Städte Asiens behaupte-ten sich in ihrer Unabhängigkeit, und Athen verlor so-wohl die Abgaben, die von diesen Städten erhobenwurden, als auch jeden Einfluß in ihre Verfassung.Wir fassen die Begebenheiten dieses unrühmlichenKrieges gedrängt zusammen, denn sie zeigen uns nichts,was der ehemaligen Größe des athenischen Volkeswürdig wäre. Chares, ein tollkühner und dreisterBösewicht, hatte dem Volke, dessen Abgott er war,den Vorschlag gemacht, durch Plünderung der Bun-desgenossen den durch Verschwendung geleerten Schazzu füllen. Dieser Vorschlag ward angenommen,und als die Bundesgenossen, der Erpressungen müde,das Schwert ergriffen, ward dem Chares der Ober-befehl des Krieges anvertraut. Er segelte zuerst nachChios, und belagerte die Stadt zu Wasser und zuLande. Aber die Bewohner vertheidigten sich tapfer,und schlugen die Angriffe der Athener männlich zurük.Chares verſuchte mit der Flotte in den Hafen zu drin-gen, aber nur das Schiff, das Chabrias befehligte,drang hinein; dieser tapfere Feldherr fand hier denTod. Die Belagerung von Chios ward aufgehoben,und die Chier, ermuntert durch die errungenen Vor-theile, plünderten und verheerten zur Vergeltung eini-ge den Athenern gehörige Inseln.Im
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