Geschichte der Griechen,52alte König sammelte bei diesem Feldzuge sehr beträcht-liche Schätze, die er vielleicht bestimmt hatte, die ge-sunkene Macht seines Vaterlandes wieder herzustellen;aber er sah Sparta nicht wieder. Er starb auf derRükreise im vier und achtzigsten Jahre seines Lebens,und im vierzigsten seiner Regierung. (J. v. C. 361.)Während diesem langen Zeitraume hatte dieser KönigSparta auf den höchsten Glanz des Ruhmes erhoben,aber dieser Glanz war das Vorspiel einer Demüthi-gung, wie ſie ſeit der Gründung des Staates nicht er-duldet worden war. Gewiß ist es, daß seine Siegedem Vaterlande verderblich waren, aber Agesilaus istnicht das einzige Beispiel in der Geschichte, das unszeigt, wie eine lange durch beinahe ununterbrocheneSiege verherrlichte Regierung die innere Wohlfahrt ei-nes Staates untergräbt.Während sich Sparta durch die Siege des Agesi-laus erschöpfte, und den unglüklichen Krieg mit Thebenführte, hatte Athen zwar an der Fehde Theil genom-men, aber dennoch seinen eigenen Vortheil dabei nichtaus den Augen verloren. Die Anstrengungen, die eszur Unterstützung von Sparta machte, dienten in derThat nur dazu, der Macht des benachbarten ThebenBesorgnisse zu erwecken, nicht aber um sie zu unter-drücken. Die Athener schwebten, so lange Epaminon-das lebte, in immerwährender Furcht, daß die ganzeMacht Thebens gegen ſie gewendet würde, wenn die-ser Staat sich die Obermacht in dem Peloponnes ver-schafft hätte, und wirklich war von diesem Feldherrnder große Plan entworfen, Theben zur See eben sogroß zu machen, als es zu Lande geworden war. Fürdiesen möglichen Fall hatten die Athener weislich ihreStreitkräfte gespart; sie waren durch die Erfahrungbelehrt, daß Eroberungen auf dem festen Lande vonEuropa schwer zu behaupten seyen, aber die asiati-schen
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