Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
50
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Geschichte der Griechen,50stak in dem Körper, und die Aerzte erklärten, daß derTod unmittelbar erfolgen würde, sobald man das Eisenherauszöge. Epaminondas fragte nach seinem Schilde.Man zeigte ihm denselben, und versicherte ihm, die The-ber hätten gesiegt. Die Umstehenden bedauerten, daß einso großer Mann ohne Nachkommen stürbe; er antwor-tete lächelnd, daß er zwei wackere Toͤchter, die Schlachtenbei Leuctra und Mantinea, hinterließe, die seinen Na-men auf die entferntesten Zeiten bringen würden. Nunbefahl er das Eisen aus der Wunde zu ziehen, undperschied in demselben Augenblicke. Der Karakter die-ses Mannes stellt uns ein nachahmungswürdiges, aberwohl ſchwer zu erreichendes Muſter dar. Ohne Ehr-geiz, und einzig im lebendigen Gefühle seiner Pflichten,suchte er nie Ehrenstellen, aber er bekleidete sie mitWürde, wenn ihn sein Vaterland dazu berief, und esſchien, daß die erſten Stellen im Staate erſt durchseine Verwaltung ihren schönsten Glanz erhielten. Sei-ne von Jugend an gewohnte Enthaltsamkeit erhob ihnüber die den größten Männern alter und neuer Zeitso gefährliche Leidenschaft des Erwerbes von Glüksgü-tern, und in seiner Armuth zeigte er die Macht derwahren Lebensweisheit über zufällige Auszeichnung desReichthums. Durchdrungen von einem feſten Sinnfür Gerechtigkeit, wich er nur in seinem lezten unglük-lichen Feldzuge, vielleicht durch seine Vaterlandsliebehingerissen, von dieser schönen Bahn. Er ward aufdem Schlachtfelde an dem Orte begraben, wo er starb,und sein Denkmal ward vierhundert Jahre nach sei-nem Tode von dem Kaiser Hadrian erneuert und ge-schmükt...Durch den Tod dieses vollendeten Feldherrn ver-lor, Theben seine mächtigste Schuzwehr, aber obschonnach ihm kein Mann von Auszeichnung an die Spitzeder öffentlichen Angelegenheiten trat, und daher dieTha-