Geschichte der Griechen,48stand das feindliche Heer in Schlachtordnung. Jezt ließer seine Marschsäule Halt machen, und die Waffen ablegen.Die Feinde, die da glaubten, die Theber würden ein La-ger schlagen, legten nun gleichfalls ihre Waffen ab; undzerstreuten sich in den Gezelten. Dies war der Augen-blik, wo Epaminondas die Waffen wieder ergreifen ließ,und durch eine Schwenkung rechts aus der Marschsäu-le seine Schlachtlinie bildete. Er gab sogleich das Zei-chen zum Angriff, den er, wie bei Leuctra, mit seinemlinken Flügel begann. Hier hatte er den Kern des bö-otischen Fußvolkes in eine keilformige Phalanx geordnet;dem Centrum und dem rechten Flügel hatte er befohlenlangsam vorzurucken, und nicht eher anzugreifen, als bisdie Phalanx in den rechten Flügel des Feindes einge-drungen sey. Die Reiterei, damals die beste in ganzGriechenland, war mit Schleuderern und Bogenschützenuntermischt; diese brachten die Reiterei der Feinde inUnordnung, ehe die thebischen Reiter zum Gefecht ka-men. Man hatte nämlich den Fehler begangen, dieReiterei so tief zu stellen, wie die Phalanx; daher be-lästigten die Wurfspieße, Steine und Pfeile des leich-ten Fußvolkes, das in den Zwischenräumen der thebi-schen Reiterei focht, die feindliche Reiterei so, daß sienicht Stand hielt, sondern sich nach einigem Wider-stand hinter das Fußvolk zurükzog.Indessen hatte Epaminondas die lacedämonischePhalanx angegriffen. Bald waren die Speere gebro-chen, und ein wüthendes Gefecht mit dem Schwertward mit gleicher Tapferkeit von den erbitterten Geg-nern einige Zeit unterhalten, bis der Keil der Theberin die Phalanx der Lacedämonier eindrang, und sienach dem hartnäckigsten Kampf zum Weichen brachte.Jezt rükten auch der Mittelpunkt und der rechte Flü-gel der Theber vor, um das Centrum und den linkenFlügel der Lacedämonier anzugreifen, als Epaminondas
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