Geschichte der Griechen,44In dem Reitergefechte, womit die Schlacht begann,waren die Theber Sieger, auch das Fußvolk hatte, er-muntert durch die Tapferkeit seines Feldherrn, dieFeinde nach hartnäckigem Kampf in Unordnung ge-bracht, als Pelopidas den Tyrannen selbst erblikte,der auf dem rechten Flügel seine fliehenden Truppenwieder sammeln, und zu einem neuen Angriff führenwollte. Hier vergaß der tapfere Pelopidas die Pflichtdes Feldherrn über der persönlichen Beleidigung, dieer von dem Tyrannen erlitten hatte. Begleitet vonwenigen Reitern drang er auf den Alexander ein, undforderte ihn mit lauter Stimme zum Zweikampf. Aberder Tyrann barg sich hinter seiner Leibwache, die desPelopidas kleine Schaar mit Wurfspießen empfieng.Der Held fiel todt auf dem Schlachtfelde nieder un-ter einem dichten Haufen von ihm erschlagener Feinde.Die Theber rächten den Tod ihres geliebten Anführersdurch den Tod von zehntausend Söldnern des Tyran-nen. Ihr Sieg war vollständig, aber der Held, derallein ein ganzes Heer aufwog, war nicht mehr. DieThessalier, in deren Vertheidigung er gefallen war,feierten sein Leichenbegängniß mit aufrichtigem Schmerz;der Tyrann verlor in einer zweiten Schlacht alle Er-oberungen, und Thessalien trat mit Theben in ein fe-stes Bündniß. (J. v. C. 364.)Die Unruhen in Griechenland währten indessenohne Unterbrechung fort. Die Theber zerstörten dieStadt Orchomenus in Böotien, tödteten alle Männer,und schleppten die Frauen und Kinder in die Sklave-rei. Die Bewohner von Orchomenus hatten, nämlicheinen Anschlag gemacht, die Verfassung von Thebenzu stürzen, aber dieser Anschlag war den Thebern indem Augenblicke verrathen worden, wo derselbe aus-geführt werden sollte. In dem Peleponnes waren dieArkadier mit den Bewohnern von Elis in einen Kriegver-
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten