Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
43
Einzelbild herunterladen
 

Dritter Abschnitt.43det, und so groß war damals der Abscheu der Grie-chen vor der Alleinherrschaft (Tyrannei), daß die Mör-der sowohl von dem Rath zu Theben, dem Zeugendes Mordes, als auch von der Versammlung des Vol-kes freigesprochen wurden. (J. v. C. 366.)Sparta's Bundesgenossen im Peloponnes, die so-wohl durch die innerlichen Erschütterungen, als auchdurch die oft zwischen ihnen selbst ausgebrochenen Feh-den, besondees aber wegen der Ohnmacht der Republik,deren Schuz sie sich vertraut hatten, unabläßig beun-ruhigt waren, beschlossen nun, mit Theben Friede zumachen. Die Sparter bei denen sie deshalb um Er-laubniß ansuchten, fanden diesen Antrag ihrer Würdenicht gemäß, aber da sie nicht im Stande waren, dieBundesgenossen gehörig zu unterstützen, erhielten diesedie Erlaubniß, für ihr Wohl zu sorgen, wie sie esfür zuträglich hielten. Sie wandten sich nun nachTheben, wo man ihnen gestattete, künftig von allerTheilnahme an dem Kriege befreit zu bleiben. DieserUmstand hätte den Spartern gefährlich werden können,wären nicht die Theber im Norden von Griechenlandauf eine Art beschäftigt worden, die unmittelbar ihreEhre betraf.Alexander von Pherae hatte nämlich die meisten Städ-te Thessaliens seiner Gewalt unterworfen, und herrsch-te gegen den mit Theben abgeschlossenen Vertrag mitzügelloser Grausamkeit. Die bedrängten Thessalier wen-deten sich um Hülfe nach Theben, und dieser Staatbeschloß den Tyrannen durch ein Heer von zehntausendKriegern zu züchtigen, dessen Oberbefehl dem Pelopi-das anvertraut wurde. In der Nähe von Pharsalusam Fuße des Gebirges Synoscephalae lagerte das the-bische Heer. Alexander rükte ihm mit zwanzigtausendMann entgegen, und bot ihm kühn die Schlacht an.In