Geschichte der Griechen,ward mit dem durch das königliche Siegel bestättigteFriedensinstrument nach Theben gesandt, und nun gien-gen Boten an alle Staaten Griechenlands, um siedurch Abgeordnete zu einer allgemeinen Versammlungnach Theben zu berufen. Es ist nicht gewiß, ob Athenund Sparta diesem Rufe gefogt sind; aber zahlreicherschienen die Bevollmächtigten der übrigen StaatenGriechenlands. Als ihnen jedoch die getroffene Ueber-einkunft vorgelegt war, und sie aufgefordert wurden,dieselbe zu beschwören, entschuldigten sich alle damit,daß sie hiezu nicht bevollmächtigt seyen, sondern daßman den Entschluß jedes Staates insbesondere überdiesen wichtigen Gegenstand vernehmen müsse. Nunwurde die Uebereinkunft jedem Staate insbesondersmitgetheilt, aber sie verwarfen dieselbe einstimmig. DieTheber, die sich hierdurch in ihrer Erwartung getäuschtsahen, fielen den Peloponnes abermal an, aber sie fan-den ihre ehemaligen Bundesgenossen beinahe sämmtlichgegen sich eingenommen, nur die Machthaber von Acha-ja unterwarfen ihre Provinz dem Epaminondas, derin der Verfassung des Landes keine Veränderung vor-nahm, und nachdem er Bürgen für das Betragen derAchajer mit sich genommen hatte, nach Theben zurük-kehrte. Indessen dauerte die Ruhe in Achaja nichtlange; die aristokratische Verfassung ward gestürzt, undauf kurze Zeit trat an ihre Stelle die Regierung desVolkes, die jedoch durch die Rükkehr der Aristokra-ten bald wieder vernichtet ward. In Sicyon bemäch-tigte sich Euphron der Regierung; er plünderte dieTempel und den öffentlichen Schaz, und schuf sich mitdem Raube einen Haufen Söldner, die ihm ihren Armzur Unterdrükung des Volkes liehen; zugleich gelanges ihm, die Athener, und selbst die Machthaber vonTheben sich durch Bestechung geneigt zu machen; erward endlich in der Rathsversammlung zu Theben, vonden dort anwesenden Flüchtlingen aus Sicyon ermor-det,
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