Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
29
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Zweiter Abschnitt.29die Bundesgenossen, den Vergleich zu unterzeichnen.Theben stand jezt einzeln gegen ganz Griechenland,aber Epaminondas kannte die Gesinnungen der Grie-chen. Er wußte, daß sie mit Unmuth dem durch dieMacht der Perser unterstüzten Stolze Sparta's gehorch-ten, und diese Republik auf den Fall eines Kriegesnicht ernstlich unterstützen würden; der Eindruk, dendie Stimme der Wahrheit auf die Bundesgenossen ge-macht hatte, war unverkennbar. Sparta war längstvon den Gesetzen Lykurgs abgewichen, es hatte sichschon lange den allgemeinen Haß der Griechen durchden Uebermuth zugezogen, mit dem es sich in alleVerhandlungen der griechischen Staaten mischte; dieAlleinherrschaft war sein einziger Zwek, endlose Krie-ge das Mittel, seine Herrschaft zu begründen. Erobe-rer können sich die Bewunderung der Nachwelt, abernie das Vertrauen und die Liebe ihrer Zeitgenossenerwerben, denn es wohnt in dem Menschen ein Gefühl,das durch die Macht des Schwertes zwar augenbliklich unterdrükt, aber nie vertilgt werden kann, dasGefühl des Rechts.Epaminondas hatte in der That den Sparternund ihren sämmtlichen Bundesgenossen den Krieg er-klärt. Bald versammelten sich gerüstete Schaaren ausallen Staaten Griechenlands. Kleombrotus, einer derKönige von Sparta, rükte mit einem Heere von vierund zwanzigtausend Mann gegen die Gränzen vonBöotien vor. Er sandte eine Botschaft nach Theben,und verlangte, dieser Staat sollte die Städte, die ihmunterworfen waren, befreien, diejenigen, die geschleiftwären, wieder erbauen, und allen Schaden ersetzen.Die Theber sandten diese Botschaft mit einer abschlä-gigen Antwort zurük, und rüsteten sich zu dem Kriege.Ihr Heer, mit dem Epaminondas gegen Kleombrotuszog, bestand aus sechstausend Kriegern zu Fuß, undvier-