Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
28
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28Geschichte der Griechen,und wären ihm jezt wirklich unterwürfig. Diesen billi-gen, auf die so eben geschehenen Aussprüche von Athenund Sparta gegründeten Forderungen konnte man kei-nen vernünftigen Grund entgegen setzen. Agesilaus,der im Namen der Republik Sparta sprach, fragteden Epaminondas, ob die Theber gesonnen wären,die Unabhängigkeit Böotiens anzuerkennen? SobaldSparta die Freiheit Laconiens, Messenes, und derunterdrükten Gemeinden des Peloponnes herstellt; wardie Antwort des gerechten Epaminondas. Und nunwandte sich dieser hochherzige Mann an die Abgeord-neten der Bundesgenossen. Mit einer Beredsamkeit,in der er alle seine Zeitgenossen übertraf, stellte er ih-nen vor, daß sie blos zu dieser Versammlung beschie-den seyen, um einen Vergleich zu genehmigen, der siealle ohne Ausnahme der tyrannischen Willkühr Spar-ta's unterwerfe. Die Worte des Antalcidischen Frie-dens gäben den sämmtlichen, sowohl den größern alsden kleinern Gemeinheiten ihre Unabhängigkeit, aberSparta beabsichte, daß Theben, die einzige BrustwehreGriechenlands, aller seiner Macht beraubt werde, wäh-rend jene Republik ihre Bundesgenossen in einer empören-den Sklaverei halte, von ihnen unerschwingliche Abgabenerpresse, und sie willkührlich zu den Kriegen schleppe, dieblos zum Vortheil Sparta's geführt würden. Wenn nochein Funke von Muth, und noch einiger Sinn für dieEhre Griechenlands und für ihr eigenes Wohl in ih-nen wohne, so mögten sie dem Beispiel Thebens fol-gen, welches seine Unabhängigkeit durch Waffen undMuth behaupten würde.Diese Rede erregte die Bewunderung und dasErstaunen der ganzen Versammlung. Agesilaus suchteden Eindruk derselben zwar zu schwächen, allein nichtseine weitschweisige Beredsamkeit, sondern die immerzum Krieg gerüsteten Schaaren der Sparter bewogendie