Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
27
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Zweiter Abschnitt.27vollendeten Staatsdiener fordern kann, vereinte Epa-minondas in seiner Person, dennoch zog er die Stilledes häuslichen Lebens dem Dienste des Staates vor.In gänzlicher Zurükgezogenheit widmete er sich denLehren der Pythagoräischen Philosophie. Er lerntefrühzeitig den Körper dem Geiste unterordnen, dieGaben des Reichthums verachten, das Verdienst demRuhme vorziehen, und die Ruhe des Gewissens, dienur die Tugend gewährt, als den höchsten Lohn desMenschen suchen. Er geizte nicht nach hohen Würdenim Staate; und war nie der Nebenbühler anderer, diesich um solche Stellen bewarben; es schien im Gegentheil,daß jedes Amt, das ihm übertragen wurde, erst durchihn den höchsten Vorzug erreiche. Sehr wahrscheinlichwürde sich dieser hochherzige Bürger dahin beschränkthaben, aus seiner geliebten Einsamkeit blos durch seinenRath die öffentlichen Angelegenheiten zu lenken, wennihn nicht die Stimme seiner Mitbürger, besonders aberder Drang der Zeiten, auf den ehrenvollen Stand-punkt berufen hätte auf dem ihn seine Zeitgenossen unddie Nachwelt mit Recht bewundern.Der große König hatte die Griechen vermocht, zurBeruhigung der unaufhörlichen Fehden eine Zusammen-kunft aller Staaten durch ihre Abgeordneten in Spar-ta zu veranstalten. Athen und Sparta vereinigtensich, den Frieden des Antalcidas mit aller ihrer Machtaufrecht zu erhalten, und ihre Bundesgenossen tratendiesem Beschlusse bei. Epaminondas war als Ge-sandter von Theben anwesend; er erbot sich, im Na-men der Städte Böotiens zu unterzeichnen, so wiedie Athener und Sparter für sich und ihre Bundes-genossen unterzeichnet hätten. Theben, so sprach er,hätte das nämliche Recht auf die von seinen alten Kö-nigen eroberten und besessenen Städte Böotiens; diesehätten die Oberherrlichkeit Thebens längst anerkannt,und