22Geschichte der Griechen,Gesichter beschatteten. Philipp und Archias wurdensogleich niedergestoßen. Aber noch waren Leontiadesund die übrigen Tyrannen nicht besiegt. Die Ver-schwornen drangen in ihre Wohnungen, und Leontiadesward nach heftigem Widerstand von Pelopidas getödtet.Die übrigen hatten dasselbe Schiksal.Unmittelbar nach dieser That wurde ein Eilbote nachAthen abgeschikt; um durch schnelle Hülfe die Befreiungvon Theben zu vollenden. Phyllidas öffnete die Gefäng-nisse; die Verhafteten vermehrten dankbar die Zahl ih-rer Retter; die Zeughäuser wurden erbrochen, und je-der ergriff die Waffen. Indessen war die ganzeStadt in Verwirrung. Die Bewohner hatten ihre Häu-ser erleuchtet, und erwarteten mit Ungeduld den Tag,um die Ursache des nächtlichen Tumultes zu erfahren.Als der Tag angebrochen war, versammelten sich dieBürger auf dem Markte. Jezt erschien Pelopidas,umgeben von einer Schaar mit Blumen geschmükterPriester; sie riefen die Freiheit von Theben aus, undermahnten das Volk, für das Vaterland und ihrGötter die Waffen zu ergreifen. Sie folgten freu-dig dem; willkommenen Rufe. Unter ihnen war Epa-minondas, ein Jüngling von ausgezeichneter Abkunft,der frühe mit den Grundsätzen wahrer Weisheit ver-traut bis jezt ohne Anspruch auf Ehrenstellen sichin gänzlicher Zurükgezogenheit zu einem Helden ge-bildet hatte, der sein Vaterland sehr bald auf diehöchste Stufe des Ansehens unter den Griechen erhob.Dieser hochherzige Bürger, mit Pelopidas durch dieinnigste Freundschaft vertraut, hatte keinen Antheil ander Verschwörung gegen die Tyrannen, aber da dasSchwert gezogen war, wirkte er mit Eifer zur Be-freiung seines Vaterlandes, und ermunterte die tapfer-sten Jünglinge, seinem Beispiel zu folgen. Die Schaardes Pelopidas wurde nun durch die übrigen Flüchtlingever-
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