Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
21
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Zweiter Abschnitt.21scheinbarer Eifer hatten ihm das Zutrauen der Tyran-nen erworben, und er war nicht nur mit der Stelleeines Geheimschreibers in Theben bekleidet, sondern erordnete und entwarf die ausschweifenden Vergnügun-gen, die immer im Gefolge der willkührlichen Herr-schaft, ihr endlich verderblich werden. Phyllidas wardurch den Mello, einen der Verschwornen, in die ge-heime Verbindung gezogen, und ward bald das thätig-ste Mitglied derselben.Archias und Philipp, die ausgelassensten unterden Tyrannen, wurden von Phyllidas zu einem Gast-mahl geladen, bei welchem die edelsten Frauen vonTheben das Vergnügen der Gesellschaft erhöhen soll-ten. Der Tag dieses Festes war bestimmt, und Phylli-das benachrichtigte die Verschwornen persönlich, daßjezt alles zur Ausführung ihres Vorhabens bereit sey.Pelopidas begab sich mit einigen seiner Gefährten aufdie Felder vor Theben; sie waren sämmtlich mit Jagd-geräthe versehen, und als Bauern verkleidet; amAbende vor dem bezeichneten Tag giengen sie unerkanntin die Stadt, und versammelten sich in dem Hausedes Charon, eines Mitglieds der Verschwörung. Hierblieben sie die Nacht und den folgenden Tag. Abendswurde das Gastmahl gegeben. Die Gäste schwelgtenserglos, und selbst ein Brief, den ein Eilbote vonAthen an den Archias brachte, und der die Entdeckungder Verschwörung enthielt, ward uneröffnet unter dasPolster geschoben. Die von Wein erhizten Schwelgerverlangten nun von Phyllidas die versprochene Gesell-schaft der Frauen; dies war der Augenblik zur Aus-führung. Der Geheimſchreiber entfernte ſich, undbrachte statt der edlen Frauen die Verschwornen indie Gesellschaft. Sie waren in Frauenkleider gehüllt,unter deren Falten sie ihre Dolche verbargen, undihre Häupter waren mit Blumen bekränzt, die ihreG.