20Geschichte der Griechen,die Anführer der Volksparthei, und unter diesen Is-menias, wurden sogleich ergriffen, und in das Gefäng-niß geführt; einige Hundert entflohen nach Athen.Diese empörende That, mitten im Frieden gegeneinen verbündeten Staat verübt, erregte mit Rechtden Unwillen von ganz Griechenland. Die Klage wur-de vor den Rath von Sparta gebracht, aber obschonPhöbidas um eine beträchtliche Geldsumme bestraftward, weil er ohne Auftrag sich der Festung bemäch-tigt hatte, so ward dennoch die That gebilligt, undsogar von Agesilaus selbst vertheidigt. Die Sparterbehielten diese Burg über fünf Jahre; während dieserZeit erlitt Theben alle Bedrängniſſe, die Stolz undGewalt sich erlauben, wo kein Widerstand zu fürchtenist. Die ausgezeichnetsten Bürger wurden ihrer Frei-heit, ihres Vermögens, und selbst ihres Lebens be-raubt; die öffentliche Sicherheit war gänzlich verschwun-den, und an ihre Stelle tyrannische Willkühr getreten,die endlich das Volk zur Verzweiflung brachte.Unter den thebischen Flüchtlingen war Pelopidas,ein Jüngling gleich ausgezeichnet durch Rang, Vermö-gen und Tapferkeit. Dieser edle Jüngling beredetesich oft mit den übrigen Flüchtlingen aus Theben überdie Mittel, das unterdrükte Vaterland aus den Hän-den übermüthiger Tyrannen zu befreien; aber das Un-ternehmen war schwierig, und die Burg von Theben,von ihrem Erbauer Kadmea genannt, war mit fünf-zehnhundert Spartern besezt, die auf jeden Wink be-reit waren, die Befehle der Tyrannen zu vollziehen.Doch was durch offenen Angriff zu bewirken unmög-lich schien, ward ausgeführt durch die Gewandtheit ei-nes Thebers, deßen Namen die Geschichte aufbewahrthat. Phyllidas, so hieß dieser Mann, war im Ge-heim ein Freund des Volkes, ſeine Gefälligkeit undschein-
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