Zweiter Abschnitt.19Zurükgabe der Stadt und des Gebiets von Pella be-lehnt, das von jezt an der Siz der Könige von Ma-zedonien wurde, und Olynth trat in den Stand derAbhängigkeit von Sparta, dessen Befehlen im Kriegund Frieden zu folgen die Bürger durch feierliche Ei-de beschworen.Dieser Krieg, vorzüglich aber ein Ereigniß, dassich im Laufe desselben begab, öffneten nun die Augender Griechen. Sie sahen mit Unwillen und Schmerz,daß Sparta seine Herrschsucht durch die Verbindungmit den Persern über ganz Griechenland zu begründensuchte. Dieses Ereigniß war folgendes: In dem er-sten Jahre des Krieges gegen Olynth zog der SparterPhöbidas mit einem Heere von achttausend Manndurch das nördliche Griechenland. Dieses Heer warbestimmt, den Eudamidas zu unterstützen, dem, wiewir bereits erwähnt haben, der Heerbefehl gegenOlynth aufgetragen war. Auf diesem Zuge lagertedas Heer des Phoebidas in der Nähe von Theben.In dieser Stadt stritten damals, so wie fast in allenStädten Griechenlands, zwei Partheien, deren eine dieHerrschaft des Volkes, die andere die Herrschaft derreichen Bürger begünstigte. An der Spitze der er-sten stand Ismenias, die zweite leitete Leontiades, undbeide waren damals Archonten. Leontiades, der An-führer der Aristokraten, war im geheimen Verständnißmit Sparta, und beredete den Phöbidas, sich der Burgvon Theben zu bemächtigen. Damals ward das Festder Ceres nach alter Sitte von den Frauen der Stadtin der Burg gefeiert, und da kein Mann bei dieserFeier gegenwärtig seyn durfte, so war die Burg ohnealle Vertheidigung und offen. Phöbidas zog ohneHinderniß ein; Leontiades trat unter den auf dem Mark-te versammelten Senat, und erklärte, die Sparter hät-ten die Burg ganz ohne feindliche Absicht besezt. Aber5 2die
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