12Geschichte der Griechen,stand gegen Lacedämon gerüstet; dieser Staat selbst,durch die Siege des Agesilaus in eine Kraftlosigkeitversunken, in welcher nun dem vereinten Angriff derFeinde zu widerstehen keine Hoffnung war; in diesertraurigen Lage blieb kein Mittel übrig, als mit Per-sien auf jede Bedingniß einen Frieden zu schließen.Aber der große König war innig mit Athen verbun-den; er hatte seine Seemacht dem Oberbefehl einesathenischen Bürgers anvertraut, und großmüthig seineSchätze geöffnet, um die Mauern von Athen herzustel-len. Diese Umstände mußten das Geschäft, und selbstdie Anknüpfung der Unterhandlungen erschweren.Aber die Ehrsucht des Conon und der unzeitige StolzAthens erleichterten zufällig die Annäherung Persiensmit Sparta; denn kaum waren die Häfen und Mau-ern von Athen wieder hergestellt, als Conon den Phar-nabazus beredete, ihm die persische Flotte noch auf einigeZeit zu überlassen. Ohne Bedenken willigte der Sa-trape in diesen Vorschlag, denn Conon war in derThat als Anführer der persischen Flotte Diener desgroßen Königs. Aber nun segelte Conon nach denKüsten von Asien, und unterwarf durch Ueberredungund Gewalt die griechischen Pflanzstädte, denenPharnabazus auf Conons Rath. ihre Selbstständigkeitzugesagt hatte, neuerdings der Oberherrschaft Athens.Dieses in der Geschichte beispiellose Beginnen, wo einFeldherr die Streitkräfte seines Monarchen mißbrauch-te, um seiner Oberherrschaft die eigenen Provinzenzu entreißen, mußte die gefährlichsten Folgen fürAthen haben, und das Zutrauen des großen Königsgegen einen Staat vernichten, den er neuerlich mit sovielen Wohlthaten überhäuft hatte. Conon ward daserste Opfer seiner Unbesonnenheit; er verschwand plöz-lich, als er an dem Hofe des Königs den Friedens-vorschlägen des Antalcidas entgegen arbeiten wollte,und die Art seines Todes ist nicht bekannt.An-
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