Druckschrift 
2 (1821)
Entstehung
Seite
9
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Erster Abschnitt.stochenen Lenker des Volkes fielen an einem der hei-ligsten Festtage die ausgezeichnetsten Bürger der Stadtin den Tempeln, auf dem Markte, und in den Schau-spielhäusern an, und mordeten unter dem Vor-wand, die Freiheit des Volkes gegen die Anhängervon Sparta zu schützen, Alles, was ihnen gefährlichschien. Diese wilde Grausamkeit ward von Spartaund Argos in Geheim unterstüzt, und sechs Jahrelang war aus Korinth jede Sicherheit der Personenund des Eigenthums verschwunden. Noch einmal er-hob sich der Geist der Athener, geleitet durch Kononund Thrasybulus, deren Thaten theils gleichzeitig mitden Feldzügen des Agesylaus, theils unmittelbar nachdenselben, endlich den Frieden zur Folge hatten, denPlutarch sehr richtig die Schande und das VerderbenGriechenlands nennt.Conon hätte sich, wie wir oben erzählt haben, ausder Schlacht oder der gänzlichen Niederlage der athe-nischen Flotte bei dem Ziegenflusse mit neun Schiffengerettet, und war zu dem König Evagoras gesegelt, derdamals die Stadt Salamis auf der Insel Cypern be-herrschte, und aus Vorliebe für Athen, wo er erzogenworden, die dem Unglücke ihres Vaterlandes entflohenenBürget gastfrei aufnahm. Unter der Regierung diesesFürsten blühten Künste und Wissenschaften, Handel undGewerbfleiß; Conons unternehmender Geist erwarb ihmbald das Vertrauen des Evagoras, und in kurzer Zeitentstand zu Salamis eine bedeutende Seemacht, derStamm der Flotte, mit welcher Conon seinem Vater-lande die verlorne Herrschaft des Meeres wieder ver-schaffte. Das Gebiet des Evagoras stand unter derOberlehnbarkeit des großen Königs, dessen persönlicherHaß gegen Sparta durch die Siege des Agesilaus biszum höchsten Grade gereizt war. Die persische Flotte,von unerfahrnen Befehlshabern angeführt hatte die Er-wartung des Königs getäuscht. Conons Scharfblikent⸗