16056. Geschraubt und unnatürlich, was Erfindung anbelangt,sind die „Nonnen, welche vor der Klosterthüre einausgesetztes Kind finden,“ von Th. von Oer. Die mo-derne Empfindsamkeit trägt mitunter wunderliche Früchte.57. Mit zweifelhaftem Rechte ist des „GoldschmiedsTöchterlein“ ein sehr beliebtes Thema. Die Genremalerhaben hierbei Gelegenheit, allen Prunk des Mittelalters inGefäßen, Ketten, Stoffen 2c. abzubilden, welche Gelegenheit sienicht gern entschlüpfen lassen. Nebenbei ist das naive Gesichtchendes Töchterleins ein dankbares Stück Arbeit und der Ritter inseiner galanten Attitude nicht zu verachten. Aber nur, werdas Uhland'sche Gedicht gelesen hat, versteht die gemalten Gold-schmiedstöchter, und wer das Gedicht gelesen hat, sucht vergebensauf den Bildern die leichte Grazie und Laune, welche aus jedemVerse Uhland's dringen. W. Nerenz malte vor Zeiten vier Bilderin einem Rahmen nach des Goldschmieds Töchterlein, und allediese Bilder waren sehr fleißig und sicher gemalt, die Motivegefällig und die Farbe lebendig, aber der Gesammteindruck nurein steifer und sehr entfernt von dem leichtscherzenden HumorUhland's.Auf ähnliche Weise mangelt dem „Käthchen von Heil-bronn“ von demselben Maler der romantische Ernst und das edlePathos Kleist's, obwohl das Technische vollkommen und einzelneGruppen der Vollendung nahe kommen.58. Höher stellen wir ein zweites „Goldschmiedstöch-terlein“ von Blanc, einem in jeder Beziehung tüchtigen
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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