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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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147neswegs behaupten, daß diese Ausscheidung tadellos und sogarganz unparteiisch sei. Wir wählten nach subjectiven Gefühlen,und diese können wohl nicht zur allgemeinen Richtschnur genommenwerden. Man wird uns z. B. mit einigem Recht vorwerfenkönnen, warum wir nicht Heine's Gefängnißkirche lieber zu denCharakterbildern rechnen, als Hildebrandt's Räuber; unser Gefühlschien aber zu beleidigt durch den gemeinen Moment in demerstern Bilde, um ihm die Ehre zu erzeigen, unter den edlernAuffassungen zu erscheinen. Hildebrandt's kranken Rathsherrnzählen wir zum Genre und Fielgraf's kranke Frau zu den Le-bensbildern, weil in diesem Bilde eine historisch geordnete Gruppedargestellt ist, in jenem blos eine bürgerliche Scene, u. s. f.Den Begriff des Genre, wie er sich in den Darstellungengegenwärtig kund gibt, sich zu verdeutlichen, ist es zweckmäßiihn in drei Theile zu zerlegen.Erstens kann man Genre nennen alle ernsten Lebensscenenin gewisser Begrenzung, in denen nicht die Totalität einer Lei-denschaft, eines Schmerzes oder eines Gefühles hervortritt, sondernnur ein bloßes Bruchstück, eine Episode dargestellt wird. DasGenre dieser Art verhält sich zur Historie wie eine einzelneScene, ein Monolog oder dgl. zum vollständigen Drama, oderauch wie ein lyrisches Gedicht zum Epos.Zweitens rechnet man zum Genre alle komischen Scenenin jeder Beziehung. Ein komischer Stoff wird selten in einehöhere Kategorie der Kunst aufgenommen, weil es in der Naturdes Komischen liegt, die strenge Schönheitslinie leicht zu über-springen und das Conrete unvermischt auftreten zu lassen.Drittens bilden den Haupttheil des Genre sogenannteAlltagsscenen, welche wiederum in viele Unterabtheilungen ge-schieden werden können. Das niederländische Genre, die Binnen-10