101Später, nachdem die christlichen Scholastiker ihre Kunst-stücke in biblischer Exegese und frommen Allegorien machten,genügten den Gläubigen die Monogramme und Symbole nichtmehr, und die Allegorieen und Parabeln wurden unerläßlich.Da malte z. B. Angiolo Gaddi im Chore von S. Croce inFlorenz die Geschichte des heiligen Kreuzes wie folgt: Oben istdie Geschichte des Baumes der Erkenntniß abgebildet, darun-ter sieht man, daß dieser Baum als Brücke dient, und dieKönigin von Saba vor ihm niederkniet; in einer andern Dar-stellung wird derselbe Baum aus einem Sumpfe gezogen undaus ihm ein Kreuz gehauen; zuletzt eine Todte von dem Kreuerweckt. — Der innige, arglose Glaube der Maler und dasBedürfniß der Zuschauer nach einer Sichtbarmachung christli-cher Gleichnisse ging so weit, daß Simone di Martino (um1330) auf der rechten Wand des Capitelsaales bei S. MariaNovella in Florenz die christliche Gemeinde als eine HerdeSchafe, vor den Füßen des Pabstes weidend, darstellendurfte. In einer andern Scene wird die Herde von Wölfenangefallen, und von schwarz= und weißgefleckten Hunden (umdie Ordenskraft der Dominikaner [domini canes] anzudeuten)vertheidigt.Gleiches Streben und Bedürfniß nach figurativer Erschei-nung des Parabolischen und Abstracten zeigte sich früher beiden griechischen Malern und Bildhauern, nur daß die Gegen-stände verschieden waren, und bei ihnen statt der Hämmel undschwarz= und weißgefleckten Hunde: Schwäne, Stiere, Goldre-gen, Jupiter in seinen Rendez-vous bei Leda, Europa undSemele 2c. auftraten.Mit der Vervollkommnung der technischen Fertigkeit wur-den die christlichen Künstler jedoch wählerischer in ihren Gegen-
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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