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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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98leider nur wenig bekannt sind, und demzufolge die bildliche Dar-stellung in manchen Fällen eines erläuternden Commentars be-dürfte, wodurch der Erfolg schon halb verloren geht.Möchte der große Lessing den Gedanken haben, uns in einemnächsten Bilde Chrimhildens Liebe und Rache oder Gudrun'sTreue darzustellen! Wir sind gewiß, daß der Künstler durchdiese Wahl den Zauber seiner Kunst im glänzendsten Lichteentfalten würde.Nächst diesen alten einheimischen Gesängen eröffnet sich diereichste Fundgrube für ernste Lebensbilder in den DramenShakspeare's. Fünfzig ergreifende Darstellungen kann derroutinirte Künstler allein aus König Lear wählen, undwelche Stoffe bieten Macbeth, Hamlet, Othello, Romeound Julie, König Johann, Richard III., Timon von Athen,Cymbeline 2c.? Haben wir bis jetzt dieser Gegenstände wür-dige Gemälde erhalten? Hier ist die Arena geöffnet, unddie Preise sind kostbar.Auch Göthe's Faust und einige Dichtungen Schiller's,welche in die Begriffe und Anschauungen des Volkes einge-drungen sind, und sobald sich nicht davon lösen, können zuvielen herrlichen Darstellungen Impuls und Stoff geben.Von neuesten Dichtungen möchten wir die malerischen Schil-derungen Freiligrath's den Künstlern besonders empfehlen.Schon früher wurde einmal von Gutzkow geäußert,daß sich ein Aesthetiker finden möchte, nach Art des Les-sing'schen Laokoon den Malern pittoreske Stoffe anzuge-ben; wir können den Wunsch dieses Schriftstellers nur wie-derholen, da man leider nur einen Blick auf die erstebeste Ausstellung zu werfen braucht, um deutlich zu erkennen,daß die Mehrzahl der jungen Künstler durchaus nicht wei