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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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97Aus dem Kranze der Dichtungen dürfen nur die belieb-testen und duftendsten Blüthen zur Reproduction ausgelesenwerden, und der Künstler hüte sich besonders, Scenen ausneueren Gedichten, welche noch nicht die Rostprobe der Zeitbestanden, darzustellen. Das Altbewährte allein ist allgemeinverständlich, und wird es noch nach Jahrhunderten sein; alleModephasen aber verschwinden, und mit ihnen die Schattenihrer Schatten. Wenn der innere Werth des Gedichtes nichtfür die Unsterblichkeit ausreicht, so wird es noch weniger diebildliche Darstellung desselben, sollte auch die edelste Kunstdaran verschwendet sein.Die Goldgruben der altgriechischen Dichtungen Homers,Sophokles' u. A. sind noch lange nicht ausgebeutet für denKünstler, der einmal die Antiken nicht blos copiren, sondern freieNaturanschauung anwenden wollte. Mag auch die historischeUeberlieferung zuweilen verletzt, wenn nur die innere Wahrheitund die ewigen Gesetze des Schönen respectirt werden. Mitgrößerm Erfolge würden jedoch Darstellungen nach unsern alt-deutschen Nationalepen belohnt werden. Es ist unbegreiflich,daß die Blicke der Künstler fast gar nicht den Reichthum derdeutschen Sage zur Benutzung erspäht haben. Welches Werkz. B. enthält pittoreskere und großartigere Scenen, als dieNibelungen? Man lasse sich nicht durch die mißlungenen Bildervon Cornelius abschrecken; diesem großen Künstler war entwederdas Verständniß des hohen Gedichtes nicht erschlossen, oderseine Auffassungsweise zu entfremdet von einem solchen Gegen-stande. Nicht minder wirkungsvolle Situationen als in denRibelungen trifft man in den Gedichten: Gudrun, Alphart'sTod, Eken Ausfahrt 2c., doch müßte das Sujet hier mit grö-ßerer Vorsicht gewählt werden, da diese Gedichte im Publikum