71Steinbrück'schen. Die lebhafte Behandlung und glänzende Färbungharmonirt jedoch nicht mit dem Motive. — „Kaiser Barbarossaund Gela“ ist eine kalte, unbedeutende Composition, deren Motivzu fremd und gesucht erscheint. Kaum vermögen das prächtigstecolorit und die miniaturartige Behandlung der Beiwerke denMangel einer höhern und verständlichen Charakteristik zu ersetzen16. In Christian Köhler erblicken wir ein strebendes,ernstes Talent, dem die Befähigung zu einer bedeutenden Stelleim Kunstgebiete nicht abzusprechen ist, das aber bis heute nichtganz von den Schlacken des Materiellen sich zu lösen vermag.Mit einer kräftigen Liebe zum Schönen und Anmuthigen undeiner seltenen technischen Gewandtheit ausgerüstet, glaubt Köhlerdas Recht zu haben, goldne Früchte von den höchsten Zweigendes Kunstbaumes abzubrechen. Aber seine Flügel tragen ihnnicht zur gewünschten Höhe, und er tritt nicht immer mit einemhochzeitlichen Kleide in den Festsaal. Abgesehen von der innernVerschiedenheit, parallelisiren wir die Conceptionen Bendemann'sz. B. und Köhler's mit den Kunstwerken der Raphaelischen undRubenschen Schule. Wie es dem Flamänder nie gelang, diegroßartige Anschauung, die zarte, sichere Ausführung des Römerswiederzugeben, und seine Compositionen meistens gesucht allegorisch,seine Gestalten zwar lieblich und schön, aber derb materiell sind,so findet eine ähnliche Verschiedenheit zwischen Bendemann's undKöhler's Werken statt. Köhler's Frauengestalten z. B. sind sinnlichanmuthig, aber wenig Züge verrathen das höhere Ideal, denzarten Duft geistiger Weiblichkeit, und dies fällt um so mehrauf, da gerade die Wahl seiner Motire das Letztere absolutbedingt. Seine Gruppirung ist einfach und verständig, aber
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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