70Talent zur Freskomalerei, in welcher die hiesigen Künstler langenicht auf gleicher Stufe mit den Münchnern stehen.Allein auch Mücke huldigt gleich Stilke und den meistenjungen Künstlern in der Wahl seiner Darstellungen einer eklek-tischen Manier, die ihn oft zu Mißgriffen verleitet. Wir glaubendie richtige Bezeichnung für diesen Styl gefunden zu haben, wennwir ihn unbestimmt romantisch nennen; das Sinnige dermittelalterlichen Mystik ist unverstanden, oder es fehlt an denMitteln zur getreuen Reproducirung, und die einfache Klarheitund Größe der classischen Anschauung wird aus falschen Gründenfür unpassend gehalten. Zu einer Verbindung des Tiefsinnigenund Großartigen, worin das Geheimniß der großen Meisteraller Zeiten bestand, kommt es bei diesem Cultus des Prangendennicht, und die Quintessenz der meisten romantischen Darstellungendes Mittelalters besteht häufig nur in einer geschmackvollenDecorationsausschmückung von Helmen, Federbüschen, Hermelin-mänteln, Hellebarden, Thronsesseln u. s. f.„Eginhard und Emma“ ist doch ein zu bekannter und wasschlimmer ist, ein unmalerischer Gegenstand. Wir haben stetsmit Vergnügen an die liebevolle Handlung der starkschenklichenKaisertochter gedacht, aber eine bildliche Darstellung benimmt alleIllusion von zarter Liebe und kann nur lächerlich oder gar widerlichsein. — Gegen die „Pfalzgräfin Genoveva mit Schmer-zenreich im Kerker“ haben wir zwar hinsichtlich des Sujetsnichts einzuwenden, aber das Sujet ist leider ganz verbraucht unddeshalb wirkungslos. In diesem Bilde liegt das liebliche KindSchmerzenreich auf dem Boden und reckt seine zarten Aermchennach der Mutter empor. Diese kniet vor dem Liebling und ringtin Verzweiflung die Hände. Dies Motiv empfiehlt sich durchgeschmackvolle Anordnung, und verdient den Vorzug vor den
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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