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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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64erkennen lasse, rechnen wir zu einem großen Vorzuge und Fort-schritte. Nachbildung der Natur in all ihren Nuancen ist nurda verwerflich, wo dem Künstler das reine Ideal nicht in derinnern Anschauung ruht; wenn aber der Künstler mit den Ge-setzen des Schönen vertraut ist, so wird er eine Abnormitätgleich bemerken, und sie nicht wiedergeben. Man sieht das Un-kraut in einem Blumengarten, will man aber Blumen zu einemKranze winden, so wird es nicht mit abgebrochen. Wirkönnen uns nicht überzeugen, daß in der Formation und Hal-tung der drei Göttinnen etwas Gemeines und Bordellartigesliege, wie es gesagt worden ist, und finden die Stellungenderselben ganz natürlich und menschlich, da wir nichts Göttlichesin einer Situation suchen wollen, die dem Materiellen entnom-men ist. Eine frischere und belebtere Sinnlichkeit kann nichtgefühlt werden, und fehlt es auch hier und da den Formenan plastischer Abrundung und perspectivischer Haltung, so zeigendie Motive dagegen von keiner spröden Kälte und Erstarrungdie unsre Gefühle bei Erblickung von plastischen Schulproductenwiderlich afficiren. Denkt euch statt der Göttinnen drei hübschevon Leben strotzende Frauen, und eure Pedanterie und Angstüber Parodie des Idealen verschwindet. Wir unsrerseits möch-ten an diesem Bilde tadeln, daß der zimperlichen Delicatesseunserer Zeit zu viel nachgegeben ist. Es gefällt uns nichtdaß Juno aus läppischen Gründen sitzend dargestellt, und Ve-nus von den Hüften ab verhüllt ist.Romeo und Julie bildet eines der schönsten Blätterin dem Lorbeerkranze des Künstlers. Da sich in diesem Sujetkeine Gelegenheit bot, die frischsprudelnde Sinnlichkeit durchden Reiz des Nackten und verführerischer Situationen auszu-sprechen, so nahm der Künstler seine Zuflucht zu dem Auge,