54hingehn, wo du bleibest, da bleibe ich auch. Dein Volk istmein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbest, dasterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der Herrthue mir dies und das, der Tod muß dich und mich scheiden.Der Ausdruck in dem Benehmen der Alten ist zu unbestimmt,die Züge der Ruth sind zu affectirt=sentimental. Die ganzeConception ist zart und edel, ermangelt jedoch jeder energischenRegung, selbst die Decoration der schönen Meeresküste ist zumatt und süß. — In seinem „Simson,“ der den Tempel zer-bricht, hat der Künstler einen schweren Kampf zwischen derVorliebe zum Sanften und Sentimentalen und dem überkräf-tigen Gegenstande gekämpft. Die Spuren dieses Kampfes sindzu bemerkbar, und der Erfolg bestätigt den alten Spruch: DerGeist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Als Effectbildist die Darstellung gelungen.11. Th. Hildebrandt von Stettin gehört unstreitig zuden ersten Meistern der Schule; doch sind seine zahlreichenWerke weniger durch fortschreitende Entwickelung eines bestimm-ten Gedankens bemerkbar, als durch äußere Schönheiten. SeineAuffassung ist unbestimmt und zufällig, die Wahl der Stoffeeklektisch, und das Streben nach Effect unbedingt vorherrschend.Dagegen zeichnet sich dieser Meister vor Allen durch concise,energische Zeichnung und glühende, impastirte Färbung aus.Die Schönheit der Lichteffecte und das treffliche Arrangementder Gruppen sind unwiderstehlich. Wir sind der Meinung, daßdieser Künstler vorzugsweise sich der Manier der neufranzösi-schen Schule zuneigt, und sein Talent in Frankreich glänzendanerkannt werden würde, wenn es ihm belieben möchte, die
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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