34terschied in der Form zwischen ihnen statt: Bendemann wähltepische Stoffe, Lessing dagegen lyrisch=dramatische. Der gei-stige Inhalt ist Beiden gemeinschaftlich; Beider Darstellungensind aus der Tiefe des Gemüthslebens geschöpft, vom Flortrüber Melancholie verdunkelt, aber das Hereinleuchten einerglücklicheren Zukunft ist unverkennbar mehr oder weniger in je-dem Bilde sichtbar. Beide ringen mit dem qualvollen Schmerze,den der Kampf des Materiellen mit dem Höhern in der Men-schenbrust bewirkt; sie erliegen fast unter dem Gefühle der Ohn-macht, nie auf der Welt erreichen zu können, was dem hellenAuge des Geistes strahlend vorschwebt; dann aber tröstet siedas Vorhandensein dieses geistigen Auges und des Sehnensnach dem Wahren, und gerne leihen sie dem Wahne ihr Ohr,das geistig Ersehnte könne einst zur Incarnation werden. WennBendemann eine ernste, große Idee (z. B. den Jeremias)fast mit starrer Consequenz und epischer Breite durchführt, sotritt in Lessing's Werken ein bewegteres Leben zur Erschei-nung, und eine größere Vereinigung verschiedenartiger Charak-tere und selbst Antithesen wird mit wunderbarem Geschick zurHervorhebung der Hauptidee angewandt. Lessing taucht zu-dem seinen Pinsel tief in die warme Blutquelle des Gefühls,und seine Darstellungen entzücken durch den sanften Schmelz rei-ner Poesie, während Bendemann's Schöpfungen mehr vondem hellen, aber kalten Strahl der Philosophie erleuchtet wer-den. Wir gestehen offen, daß Lessing, dieser moderne Dich-ter ohne Persiflage, dieser Romantiker ohne morose Galle,unser Liebling ist, und ihm reichen wir die Palme des unsterb-lichen Ruhms.Der „trauernde Räuber im Gebirge“ erschien1830, und bezeichnet vielleicht besser als irgend ein andres
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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