31nur Einzelne, durch falsche Begriffe verführt, bohrten sichmit Gewalt in ihren Dilettantismus hinein, aus welchem siezuletzt frierend herauskrochen. — Sank die Kunst zur Repro-duction des Niedrigen und Thierischen, der irdischen Schwächeund Unvollkommenheit hinab, so wurden zwar die Unwissendenangezogen, aber die Bessern und Verständigen wandten sich vollEkel ab. Nichts ist dem Menschen schwieriger, als sich selbsterkennen, deshalb kann es nicht auffallen, wenn auch die Auf-findung der richtigen Mitte zwischen gemeiner Wirklichkeit undhöherm Ideal in Kunstdarstellungen so selten aufgefunden wer-den konnte. Es bedarf hierzu vor Allem eines günstigen Ein-flusses der Zeittendenzen (und dies können wir von unsrer Zeitbehaupten), und dann auch eines genauen Verzeichnisses und Insich-aufnehmens dieser Tendenzen in die Seelen der Künstler. Dasletztere Postulat kann natürlich, in Betracht der menschlichenUnvollkommenheit und zugleich auch, weil die Sonne der neuenCultur noch bei weitem nicht überall eingedrungen ist, bis jetztnoch nicht befriedigend beantwortet werden, aber es genügteinstweilen, wenn das Vorhandensein dieses Verständnisses beimehreren ausgezeichneten Künstlern nachgewiesen werden kann.5. Wir halten es nach diesen allgemeinen Andeutungenfür überflüssig, eine application unsrer Ansichten auf die ein-zelnen Künstler und Kunstwerke der düsseldorfer Schule spe-ciell darzulegen. Da wir uns bemühen werden, wahrheitstreuekurze Charakteristiken und Analysen der hervorragendsten Kunst-schöpfungen, die seit der Errichtung des Kunstvereines in Düssel-dorf ausgestellt wurden, zu geben: so überlassen wir die An-wendung unsrer Kunstansichten den einsichtsvollen und geneigten
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Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereines im Jahre 1829 : Ein Beitrag zur modernen Kunstgeschichte
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