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2 (1840) Übungsbuch
Entstehung
Seite
62
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Zwölfter Abschnitt.ausgebracht. Um das Jahr 1484 wurde der Guldengroschen vonganz feinem Silber, 2 Loth schwer, geprägt und in 20 Schilling, derSchilling in 12 Häller eingetheilt. Sie führten den Namen Gulden-groschen, weil sie an Werth dem damaligen Gulden gleich kamen, siewurden aber auch Dickgroschen oder Dickpfenninge genannt. Im Jahr1517 wurden diese Guldengroschen zu Joachimsthal in Böhmen amhäufigsten geprägt. Diese waren von 15löth. Silber und 8 Stückgingen auf die rauhe Mark. Bald darauf erhielten sie den NamenThaler, welche Benennung die meisten von dem Münzorte, Joachims-thal, andere aber von dem Wort Talent (Talenter, früher ebenfalls20 Schillinge) ableiten. Löwenthaler nannte man sie, weil ein Löwedarauf geprägt war, Schlickenthaler, weil die Grafen von Schlickensie münzen ließen. Späterhin wurde ein solcher Thaler Uncialis ge-nannt, weil sein Gewicht eine Unze oder 2 Loth betrug.b) Im Jahr 1253 ließ Wenzel II., König von Böhmen, die er-sten Silbergroschen münzen, deren 60 auf eine feine Mark gingen, anGehalt 15löthig waren, also jeder ¾ Loth wog. Der Werth des Sil-bers zum Golde war 1 zu 10.c) Um das Jahr 1500 wurde die feine Mark Silber zu 8 Gul-den und die Mark fein Gold zu 92 2/13 Gulden geprägt. Der Wertldes Silbers zum Golde verhielt sich ungefähr wie 1 zu 11½.d) Nach der Reichsmünzordnung Karls V. vom Jahr 1551 soll-ten 71 Goldgulden auf die rauhe Mark Gold zu 18 ½ Karat feinoder 92½ Stuck auf die feine Mark gehen. Ferner sollte die feineMark Silber zu 10 Gulden 12½ Kreuzer ausgebracht werden. DerGoldgulden, sowie auch der Guldengroschen, welcher zu dieser Zeitden Namen Reichsgulden erhielt, galt Gulden oder 72 Kreuzer,der Gulden 60 Kreuzer.e) 1559 bestimmte eine Münzordnung vom Kaiser Ferdinand I.,daß aus einer Mark 14%löthigem Silber Reichsgulden (diefeine Mark also zu 10 ¼ Gulden), aus einer Mark 23 karatigemGolde 67 Dukaten und aus einer Mark 18 ½kar. Golde 72 Goldgül-den geprägt werden sollten. Der gemünzte Reichsgulden wurde einemGulden in Münze oder einem Zahlgulden von 60 Kreuzern gleich ge-setzt. Ein Goldgulden galt 75 Kreuzer, ein Dukat 104 Kreuzer.f) 1596 im December wurde von den kaiserlichen Commissarien(Beauftragten) zu Frankfurt a. M. der Reichsspeciesthaler auf 84Kreuzer erhöht und bildete den 12¾ Guldenfuß. Der Guldenthalerstieg von 60 Kreuzer auf 74 und der alte Gulden von 1551 wurdevon 72 auf 89 Kreuzer und kurz darauf jener auf 79 und dieser auf94 Kreuzer erhöht.In diese Zeit fällt das sogenannte Kippen und Wippen oder Be-schneiden und Verschlechtern der Münzen. Die Münzstätten wurdenverpachtet und die von den Pächtern geprägten Münzen waren anfeinem Gehalte so geringe, daß die Mark fein Silber wohl an 60Gulden und drüber ausgebracht wurde. Die früheren guten grobenGeldsorten wurden eingewechselt und in sehr geringhaltige Scheide-