Vom Münzwesen.Im Jahr 1290 wurde aus 1 Mark f. gemünzt 600 Pf.6721310 „ „ „ „ -4321320 „ „ „ -132„ „ „ „ „ „ 720-1344 „ „ „ „ „ „ 960-und so stieg die Zahl, bis endlich die Mark fein zu 1200 oder gar zu1440 Pfenningen ausgemünzt wurde. Im Jahr 1356 verordnete KarlIV., daß aus einer Mark Silber 31 Schilling 4 Pfenninge oder 376Pfund sollten gemünzt werden. Deßungeachtet nahm der Werth derPfenninge immer mehr ab; besonders aber waren die Hallischen Pfen-ninge — von dem Münzorte Halle in Schwaben Heller genanntwelche im 13. Jahrhundert erschienen, von sehr geringem Werth. An-fänglich waren Pfenninge, Häller und Kreuzer einerlei. Den NamenKreuzer erhielt die zuletzt genannte kleine Münze, weil sie mit einemKreuz bezeichnet war. Die Häller waren kleine Silbermünzen, vonwelchen anfänglich, wie vorhin gesagt, 600 auf eine Mark fein gingen.Nachher wurden auch kupferne Häller geschlagen, daher der Unterschiedzwischen rothen und weißen Hällern. Die Pfenninge standen bald anWerth höher als die Häller, und ein weißer Häller, Weißpfenning(Albus) wurde zu 12 Hällern (kupfernen) gerechnet.Die Rechnung nach Pfunden und Marken wurde bald zu unbe-quem gefunden und statt derselben kam die Rechnung nach Gulden auf.Es wurden Gulden aus Gold (Goldgulden) und auch aus Silber ge-schlagen. Durch die Gulden wurden die alten goldenen Solidi ver-drängt. Die silbernen Solidi behielten den Namen Schilling, welchenebst den bald darauf erschienenen Groschen, bis gegen Ende des 15.Jahrhunderts in Deutschland die größten Silbermunzen waren. DieMünzen, welche nachher den Namen Schilling erhielten, und jetztnoch führen, sind von den alten Schillingen sehr verschieden. ImJahr 1252 wurden zu Florenz in Italien die ersten Goldstücke (Flo-rener) von ganz feinem Golde, 64 Stück aus einer Mark geschlagen,welche nachher besonders von den rheinischen Churfürsten sind gemunztworden. Es galten 8 solcher Florenzer Gulden eine Mark Silber,jeder also 2½ Schilling oder 30 Pfenninge. Im Jahr 1386 wurdevon den Churfürsten am Rhein (von Mainz, Trier und Köln) fest-gesetzt, daß aus der rauhen Mark Gold zu 23 Karat fein 66 Gold-gulden, also beinahe 68 1⁄10 aus der Mark fein sollten geprägt werden.Der Goldgulden sollte 20 Weißpfennige 40 Kreuzer (jetzt ungefähr2 Thaler 25 Sgr.) gelten. Die Goldgulden führen auch den NamenGoldgülden, die Silbergulden wurden nachher schlechthin Gulden ge-nannt.Gegen die Mitte des 13. Jahrhunderts werden die Groschen be-kannt. Sie erhielten den Namen Grossus, Groschen (Dickmünze,Dickpfenning) im Gegensatz zu den dünnen Hohlmünzen, Brakteaten.Zuerst münzte man 60, bald nachher 64 Stück aus der Mark fein.In der Folge wurden von den deutschen Fürsten Groschen mancherArt gemünzt, und die Mark fein wurde zu 80, 100, 120, 130 u. s. w.
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