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2 (1840) Übungsbuch
Entstehung
Seite
56
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Zwölfter Abschnitt.56sucht leicht mit unedeln Metallen vermischt werden. Beim öffentli-chen Verkehr rieth die Klugheit, nicht allein auf richtiges Gewicht,sondern auch auf gleichen innern Werth, auf die innere Güte oderwie man es nennt, auf den Gehalt des Metallstücks zu sehen. DenGehalt zu beſtimmen, durfte aber nicht jedem überlaſſen werden, weildadurch der größte Betrug hätte entstehen können. Es ist daher be-greiflich, wie vortheilhaft und nothwendig es war, den Regierungendie Bestimmung des Gewichts und des Gehalts der Münzen zu über-lassen. Daher ist es denn auch von den ältesten Zeiten her ein Vor-recht der Regierungen gewesen, Münzen zu prägen und seit langenZeiten her wurden die Falschmünzer, welche im Verborgenen Münzenvon geringerem Gehalt prägten, als arge Betrüger angesehen undhart bestraft (Handabhauen). Früher hatte in Deutschland der Kai-ser allein das Recht zu münzen; späterhin ertheilte derselbe auch denFürsten dieses Recht. Nun ließen aber nicht alle Fürsten auf gleicheWeise münzen und die deutschen Münzen waren an Gehalt, Gewichtund äußerem Werthe sehr verschieden. Es ist aber nothwendig, daßsowohl im Inlande als auch im Auslande die Münzen in ihrem in-nern Gehalte und äußerem Werthe möglichst genau übereinstimmen,weil sonst die bessern Münzsorten gar leicht alle eingewechselt werdenund sich leicht verlieren können. Diese Umstände haben daher in demMünzwesen eine Gesetzlichkeit nothwendig gemacht, nach welcher dabeiverfahren werden muß. Zur Verständigung über das Münzwesensind manche Kenntnisse durchaus erforderlich, von welchen hier diewichtigsten mitgetheilt werden.Gold, Silber und Kupfer sind die Metalle, welche vorzüglichdazu geeignet sind, Münzen aus ihnen zu prägen; besonders abergewähren hiezu die beiden erst genannten edeln Metalle den bequem-sten und vortheilhaftesten Gebrauch. Die Gold= und Silbermunzenbestehen aber nicht aus reinem Gold oder Silber, sondern sie ent-halten noch einen Zusatz von geringerem Metalle. Das Gold, wel-ches zum Münzen dienen soll, wird vorher mit Silber oder miteinem Gemisch von Silber und Kupfer oder bloß mit Kupfer legirt,(versetzt, beschickt, zusammengeschmolzen); beim Silber geschieht diesmit Kupfer. Dadurch erhalten die Münzen eine größere Härte undDauerhaftigkeit und es können auf diese Weise auch die Münzkosten(der Schlagschatz) bestritten werden. Das Gewicht der geprägtenMünzen wird Schrot genannt und kann vermittelst einer genauenWage bestimmt werden; das Gewicht des edlen Metalls, welches dieMünze enthält, heißt Korn, welches schwieriger auszumitteln istDas Abwiegen des Münzmetalls geschieht in Deutschland schon seitlangen Zeiten nach der kolnischen Mark, welche beim Silber in 16Loth und beim Golde in 24 Karat eingetheilt wird. Auch der Ge-halt der Münzen wird gewöhnlich nach dieser Eintheilung der kölni-schen Mark bestimmt. In der neuen preußischen Münzordnung istjedoch der Gehalt für beide Metalle in Grän angegeben, deren 288auf eine Mark gehen. Die gesetzliche Bestimmung, wie viel Münzeneiner Art aus einer kölnischen Mark geprägt werden, und wie viel siean Schrot und Korn wiegen sollen, wird der Münzfuß genannt, oder,