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2 (1840) Übungsbuch
Entstehung
Seite
55
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Vom Münzwesen.sehenen Stücken von Gold, Silber oder Kupfer, welche wir Münzennennen. Dies ist nicht immer so gewesen und ist noch nicht überallso. Es gibt Völker, welche sich statt der Münzen der Muscheln,andere, welche sich einer Art Steinsalz bedienen u. s. w. und frühernoch tauschte man eine Sache für die andere. Man gab Thiere fürThiere, eine Art Naturerzeugniß für eine andere Art, Naturerzeug-nisse für Kunsterzeugnisse. Bei dem zunehmenden Verkehr gelangteman aber bald zu der Einsicht, daß diese Dinge sehr unvollkommenund unbequem als Maßstab des Werths, unserer Bedürfnißmittel zugebrauchen sind. Die Geschichte sagt uns, daß sich die Völker schonfrüh der edlen Metalle, des Goldes und Silbers, bedient haben, umdarnach den Werth der Dinge zu schätzen. Doch war ihr Verfahrendabei ganz anders, als es jetzt bei uns ist, und ihre Metallstücke bo-ten bei weitem nicht die Bequemlichkeit dar, welche uns unsre Mün-zen gewähren. In den ältesten Zeiten wurden nämlich bei demVerkehr Stücke edlen Metalls einander zugewogen. Abraham kauftesich 2000 Jahr vor Christi Geburt einen Begräbnißplatz für 400Säckel Silber, welche er dem Volke darwog. (1 Buch. Mose 23,16.) Doch wurden nachher zu den Zeiten der Makkabäer, 150 Jahr.vor Christi, Säckel als Munze geprägt, von welchen noch einigevorhanden sind.Es ist nun zwar nicht unumgänglich nothwendig, daß die künst-lichen Dinge, die Münzen, nach welchen allgemein der Werth derLebensbedürfnisse geschätzt wird, auch an sich selbst einen bedeutendenWerth haben, wenn nur der, denſelben gegebene Werth bei einemVolke allgemein anerkannt wird. In einigen Ländern iſt Papiergeldentstanden, welches an sich einen sehr unbedeutenden Werth hat, aberbei baaren Versendungen sogar einen Vorzug vor Metallgelde habenkann. Tresorscheine, Kassenbillets, Thalerscheine u. s. w. sind Na-men von Papiergeld; auch kann man die unten angeführten Bankno-ten dahin zählen. Der Werth des Papiergeldes beschränkt sich indeßnur auf ein Land; die edlen Metalle haben aber, wenn nicht inallen, doch gewiß in den meisten Ländern einen großen Werth, undsind daher auch vorzugsweise die geeignetsten Werthmesser unsrer Be-dürfnißmittel, sowohl der natürlichen als auch der erkünstelten. Wasdie edlen Metalle, Gold und Silber, so sehr zu allgemeinen Werth-messern der Dinge, oder zu einem allgemeinen Vergütungsmittel imöffentlichen Verkehr empfiehlt, ſind folgende Eigenſchaften: Sie ſindnicht im Ueberfluß zu finden und nur durch viele Mühe zu haben,sie verändern sich nicht leicht und werden nicht leicht abgenutzt, lassensich innig mit andern Metallen mischen und geben in der Bearbeitungeinen schönen dauerhaften Glanz. Diese Eigenschaften gaben diesenMetallen von den frühesten Zeiten her einen ausgezeichneten Werth.Doch wie bequem auch Gold und Silber zur Austauschung undSchätzung der Dinge waren, so blieb, abgesehen von der Unbequem-lichkeit des Wägens, noch eine große Schwierigkeit zu besiegen übrig,nämlich das edle Metall und die Münzen vor der Verfälschung zubewahren. Selten findet man die Metalle im reinen oder gediegenenZustande; und wäre dies auch der Fall, so können sie aus Gewinn