21Stellung bei Cöln unter allen Umständen zu halten, wenn erauch deshalb eine Schlacht liefern solle, und sich des Besitzes vonDeutz zu versichern, damit ihm der dortige Uebergang über denRhein — seit dem Verlust von Düsseldorf die nächste Verbin-dung mit der Armee von Soubise in Hessen — stets gesichertbleibe. Auf diese Behauptung des Niederrheines legte man inVersailles das größte Gewicht, da man dem Kurfürsten von Cölnnicht so recht traute, wenn er nicht mehr auf den unmittelbarenSchutz durch die französische Armee zählen könne.Dieses Uebergehen zur offensive wurde aber durch die Lageder Dinge an den entgegengesetzten Seiten des großen allge-meinen Kriegsschauplatzes gerechtfertigt, und wir müssen uns die-selbe mit einigen Zügen in Erinnerung bringen, weil nur da-durch eine richtige Beurtheilung der Verhältnisse auf unseremspeciellen Kriegsschauplatze zwischen Maas und Rhein, oder näher:an Roer und Erft, ermöglicht wird.In Böhmen und Mähren waren um diese Zeit Friedrich'sWaffen wenig vom Glück begünstigt; Feldmarschall Daun hattedort die Oberhand behalten und die Belagerung von Olmützhatte aufgehoben werden müssen. Dadurch waren die Bedenkenerledigt, welche Maria Theresia bis dahin stets einer ander-weitigen Verwendung des ursprünglich zur Operation in Böhmenmit bestimmten französischen Corps unter Soubise entgegen-gestellt hatte. Dieser konnte sich also mit Broglio in Hessenvereinigen, um entweder zu einer Expedition durch Hessen nachder Weser und in's Hannoversche oder zu einer Diversion aufdem rechten Rheinufer verwendet zu werden. In Hessen hättendiese vereinigten Corps nur geringen Widerstand finden können,da der dort zum Schutze des Landes zurückgebliebene Prinzvon Isenburg nur 2 Infanterie=Regimenter und 1 CavallerieRegiment von der Armee der Verbündeten behalten hatte, unddie vom hannoverschen Ministerium in Aussicht gestellte Verstär-kung noch immer auf sich warten ließ. Der Landgraf von Hessenhatte seine finanziellen Kräfte schon über das Maaß angespannt,so daß von ihm keine ausgedehnteren Anordnungen zum Schutzeseines eigenen Landes erwartet werden konnten.Zu ungefähr gleicher Zeit waren die Russen, welche am21. Mai die Weichsel überschritten hatten, längs Warthe und
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Kriegsschauplatz an der Erft und Roer im Sommer 1758 : nebst einer Uebersichtskarte
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